Adobe Aktie: Aktionäre stärken Kurs

Adobes Aktionäre bestätigen die KI-Strategie des Managements und erweitern den Aktienplan. Der Konzern präsentiert sich mit soliden Quartalszahlen, während der Wechsel an der Konzernspitze ansteht.

Felix Baarz ·
Adobe Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktionäre erweitern Aktienplan um 12 Millionen Anteile
  • CEO Narayen kündigt seinen Rücktritt in naher Zukunft an
  • Solide Quartalszahlen mit zwölfprozentigem Umsatzwachstum
  • KI-Assistent Firefly als zentraler Wachstumstreiber

Adobes Aktionäre haben dem Management auf der Jahreshauptversammlung am 15. April einen klaren Rückenwind gegeben — und das in einer Phase, in der das Unternehmen gleich auf mehreren Feldern beweisen muss, dass es die KI-Transformation meistert.

Mit einer Beteiligung von rund 82,5 Prozent der ausstehenden Aktien stimmten die Anteilseigner für eine Erweiterung des Aktienreservoirs im Rahmen des Equity-Incentive-Plans von 2019 um 12 Millionen Anteile. Alle elf Direktorenkandidaten wurden für ein weiteres Jahr wiedergewählt. Vier Aktionärsanträge — darunter Forderungen nach mehr Transparenz bei Vorstandsdiversität, Klimarisiken und Abfindungsregelungen — scheiterten.

Führungswechsel im Hintergrund

Die Hauptversammlung fand in einem bemerkenswerten Moment statt. CEO Shantanu Narayen, seit 18 Jahren an der Spitze des Unternehmens, wird sein Amt niederlegen, sobald ein geeigneter Nachfolger gefunden ist. Narayen eröffnete die Sitzung mit einem Bekenntnis zu „KI-durchdrungenen“ und „KI-first“-Produkten — eine klare Botschaft an Investoren, die den Wandel des Kreativsoftware-Konzerns kritisch beobachten.

Das institutionelle Lager zeigt sich dabei gespalten. Kleinere Fonds bauen ab: Slow Capital reduzierte seine Position zuletzt um rund 77 Prozent. Größere Häuser setzen dagegen auf Erholung. Amundi erhöhte seinen Anteil um knapp 18 Prozent auf über 4,88 Millionen Aktien, Victory Capital Management verdoppelte seine Position mehr als und hält nun rund 1,34 Millionen Anteile. Die institutionelle Gesamtquote liegt bei etwa 82 Prozent.

KI-Strategie und Zahlengerüst

Im Mittelpunkt der Wachstumsstrategie steht der Firefly AI Assistant — ein kreativer Agent, der mehrstufige Workflows in Photoshop, Illustrator und Premiere Pro orchestrieren soll. Adobe nennt das Konzept „Agentic Creativity“ und präsentiert es am 21. April beim Summit in Las Vegas. Neu hinzu kommt ein Connector für Anthropics Claude-Modell, der das Ökosystem für Unternehmenskunden öffnet.

Die finanzielle Ausgangslage ist solide. Im ersten Quartal erzielte Adobe einen Umsatz von 6,4 Milliarden Dollar — ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge liegt bei 89,4 Prozent. Für das zweite Quartal peilt das Unternehmen Erlöse zwischen 6,43 und 6,48 Milliarden Dollar an, der Non-GAAP-Gewinn je Aktie soll zwischen 5,85 und 5,90 Dollar liegen. Das Jahresziel beim Non-GAAP-EPS bleibt bei 23,30 bis 23,50 Dollar.

Der eigentliche Stresstest liegt anderswo: Traditionelle Bildlizenzen — ein hochmargiges Geschäft — verlieren schneller an Bedeutung als erwartet, weil Nutzer zunehmend auf KI-generierte Bilder umsteigen. Ob Firefly und die neuen Agentic-Funktionen diesen Rückgang kompensieren können, wird sich spätestens in den Quartalszahlen für Q2 zeigen — und beim Summit-Investorentag am Dienstag dürfte das Management erste Antworten liefern.

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Adobe Aktie

221,60 EUR

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KGV 14,33
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
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ISIN: US00724F1012 WKN: 871981

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