Adobe Aktie: Gutes Quartal ignoriert

Adobe übertrifft Umsatz- und Gewinnerwartungen, doch der Aktienkurs fällt auf ein Jahresminimum. Anleger sorgen sich um CEO-Wechsel und regulatorische Probleme.

Dieter Jaworski ·
Adobe Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz und Gewinn je Aktie über Analystenerwartungen
  • Aktienkurs erreicht neues 52-Wochen-Tief
  • Rücktritt des CEO sorgt für strategische Unsicherheit
  • Regulatorische Untersuchungen und Vergleiche belasten

Der Softwarekonzern Adobe liefert eigentlich genau das, was die Wall Street sehen will: steigende Umsätze und übertroffene Gewinnerwartungen im ersten Quartal 2026. Dennoch markierte das Papier am Mittwoch ein neues 52-Wochen-Tief. Investoren gewichten derzeit personelle Umbrüche und juristische Auseinandersetzungen deutlich höher als das solide operative Geschäft.

Starke Zahlen treffen auf Skepsis

Ein Blick auf die jüngsten Bilanzen zeigt ein wachsendes Unternehmen. Im Ende Februar abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 6,4 Milliarden US-Dollar. Auch beim Gewinn je Aktie übertraf Adobe mit 6,06 US-Dollar die Konsensschätzungen der Analysten. Trotz dieser robusten fundamentalen Entwicklung rutschte der Kurs gestern auf exakt 205,10 Euro ab und erreichte damit den tiefsten Stand des vergangenen Jahres.

Verantwortlich für die Zurückhaltung der Anleger sind zwei wesentliche Faktoren abseits der Bilanz. Zum einen sorgt der Mitte März angekündigte Rücktritt von CEO Shantanu Narayen für strategische Unsicherheit an der Unternehmensspitze. Große Investmentbanken wie Barclays und Morgan Stanley reagierten auf diese Personalie bereits mit Kurszielsenkungen und neutralen Bewertungen.

Zum anderen belasten regulatorische Eingriffe das Sentiment. Neben einem 150-Millionen-Dollar-Vergleich mit dem US-Justizministerium wegen umstrittener Abo-Praktiken leitete die britische Wettbewerbsbehörde erst vergangene Woche eine neue Untersuchung ein. Für juristische Vergleiche musste Adobe bereits im ersten Quartal Rückstellungen in Höhe von 62 Millionen US-Dollar verbuchen.

Institutionelle Anleger uneins

Diese Gemengelage spaltet das institutionelle Lager, dem weiterhin gut 81 Prozent der ausstehenden Aktien gehören. Während einige Großinvestoren wie Davenport & Co ihre Positionen zuletzt um fast ein Drittel reduzierten, nutzen andere Akteure das gesunkene Preisniveau gezielt zum Ausbau ihrer Anteile. Das Management steuert der Kursschwäche derweil mit einem Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar entgegen. Allein im ersten Quartal kaufte Adobe eigene Papiere für knapp 2,5 Milliarden US-Dollar zurück.

Im laufenden zweiten Quartal richtet sich der Fokus auf die operative Umsetzung der Wachstumsstrategie. Neben der weiteren Integration der KI-Tools rund um „Firefly“ steht der geplante Abschluss der 1,9 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Semrush auf der Agenda. Das Management peilt für diesen Zeitraum einen Gewinn je Aktie zwischen 5,80 und 5,85 US-Dollar an.

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Adobe Aktie

177,00 EUR

– 4,86 EUR -2,67 %
KGV 11,60
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 80,59 Mrd. EUR
ISIN: US00724F1012 WKN: 871981

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