Adobe Aktie: Neuer Chef, alte Sorgen

Adobe übertrifft im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen, bleibt beim Folgequartal jedoch zurückhaltend und wechselt im Dezember den Konzernchef.

Felix Baarz ·
Abstraktes, atmosphärisches Büro bei Dämmerung, das die Stimmung eines strategischen Führungswechsels in einem Unternehmen darstellt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz und Gewinn über Analystenschätzungen
  • Prognose für Folgequartal unter Markterwartung
  • KI-Erlöse machen zwei Prozent aus
  • Anil Chakravarthy übernimmt im Dezember

Ein vorsichtiger Ausblick, ein wackliger Kurs, ein Führungswechsel mitten in der Findungsphase — Adobe liefert gerade genug Unsicherheit, um Anleger auf Trab zu halten. Am Donnerstagabend legte der Softwarekonzern Zahlen zum dritten Geschäftsquartal vor, die eigentlich solide ausfielen. Der Ausblick auf das laufende vierte Quartal drückte dann aber auf die Stimmung.

Im Quartal per 28. August stieg der Umsatz um 13 Prozent auf 6,76 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 6,13 Dollar. Beides übertraf die Analystenschätzungen.

Für das laufende Quartal rechnet Adobe jedoch nur mit einem Umsatz zwischen 6,8 und 6,85 Milliarden Dollar sowie einem bereinigten Gewinn je Aktie von 6,30 bis 6,35 Dollar — der Mittelwert der Umsatzspanne blieb unter der Markterwartung.

Die Aktie reagierte zunächst nervös: Nach einem Kursrutsch von fast drei Prozent zum Handelsstart drehte das Papier im Verlauf ins Plus und notierte zuletzt rund 0,6 Prozent höher. Vorausgegangen war ein schwaches Börsenjahr — vor der Zahlenvorlage hatte die Aktie 2026 bereits rund 29 Prozent an Wert verloren.

KI als Belastung, nicht nur als Chance

Der eigentliche Kern der Investorenskepsis liegt tiefer als in der reinen Prognosezahl. Adobe kämpft mit dem Vertrauen der Anleger, seit generative KI-Tools von Wettbewerbern zunehmend jene Kreativarbeiten übernehmen, für die Photoshop und Co. jahrzehntelang der Standard waren.

Jefferies-Analyst Brent Thill nannte die Zahlenvorlage „ereignislos“ und senkte, wie auch JPMorgan, sein Kursziel. Er lobte zwar die KI-Fortschritte des Konzerns, verwies aber darauf, dass der wiederkehrende Umsatz aus diesem Bereich bislang nur zwei Prozent der Gesamterlöse ausmacht.

Hinzu kommt eine unbesetzte Position, die Analysten aufmerksam beobachten: Der Posten des Finanzchefs ist weiterhin vakant, nachdem Dan Durn im Juni seinen Weggang verkündet hatte. Thill hält es für möglich, dass diese Lücke zu einem konservativeren Ausblick für 2027 führt.

Führungswechsel mitten in der Findungsphase

Beim Chefposten hat Adobe immerhin eine Lösung gefunden. Nach dem Rückzug von Shantanu Narayen im März wurde vergangene Woche Anil Chakravarthy zum neuen Konzernchef ernannt. Er leitete zuvor den kleineren Unternehmensbereich für Analyse- und Marketing-Software und tritt sein neues Amt zum 1. Dezember an. Der bisherige Chef der Kreativ-Sparte, der ebenfalls im Rennen um den Spitzenposten war, verlässt Adobe noch im September.

Für Chakravarthy beginnt sein Mandat damit unter Beobachtung. Welche strategische Antwort er auf den KI-Wettbewerbsdruck findet, dürfte die kommenden Quartalsberichte prägen — insbesondere mit Blick darauf, ob und wann der wiederkehrende KI-Umsatz spürbar wächst.

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Adobe Aktie

229,05 EUR

– 6,60 EUR -2,80 %
KGV 14,73
KUV 3,49
Sektor Technologie
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 90,59 Mrd. USD
Ø Kursziel 278,15 USD
ISIN: US00724F1012 WKN: 871981

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