Morgen nach Börsenschluss legt Adobe seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Analysten erwarten solide Ergebnisse – doch die eigentliche Frage ist eine andere: Gelingt es dem Unternehmen, seine KI-Strategie in messbares Wachstum umzuwandeln?
Was Analysten erwarten
Der Konsens liegt bei einem Gewinn von rund 5,87 US-Dollar je Aktie und einem Umsatz von etwa 6,28 Milliarden US-Dollar. Das würde einem moderaten Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich entsprechen. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Adobe selbst einen Umsatz zwischen 25,9 und 26,1 Milliarden US-Dollar an – eine Wachstumsrate von rund 9 Prozent, leicht unter dem Vorjahresniveau.
Mehrere Analysehäuser haben ihre Kursziele im Vorfeld des Berichts gesenkt. TD Cowen reduzierte das Ziel von 400 auf 325 US-Dollar bei unverändertem Hold-Rating. Citi-Analyst Tyler Radke senkte sein Ziel von 387 auf 315 US-Dollar und begründete dies mit einer sektorweiten Bewertungskompression. Er erwartet einen weitgehend ereignislosen Bericht ohne nennenswerte Aufwärtsrevisionen. Mizuho hingegen bleibt mit einem Outperform-Rating konstruktiver gestimmt und erwartet leichte Umsatzüberraschungen sowie ein starkes ARR-Wachstum.
Die entscheidende Kennzahl
Wichtiger als der Gesamtumsatz wird die Entwicklung des Digital-Media-ARR sein – also der jährlich wiederkehrenden Erlöse im Kreativbereich. Analysten erwarten hier ein Nettowachstum von 440 bis 450 Millionen US-Dollar im Quartal. Diese Zahl gilt als Gradmesser dafür, ob Adobes KI-Produkte tatsächlich neue Zahlungsbereitschaft erzeugen oder ob generative KI-Tools von Wettbewerbern das Kerngeschäft unter Druck setzen.
Adobe hat in den vergangenen Monaten intensiv in KI investiert. Auf der Adobe MAX-Konferenz im Oktober 2025 integrierte das Unternehmen mehr als 25 Partner-KI-Modelle – darunter von Google, OpenAI und Runway – in seine Kernprodukte. CEO Shantanu Narayen berichtete zuletzt, dass der Verbrauch generativer Credits gegenüber dem Vorquartal um das Dreifache gestiegen sei. Mehr als ein Drittel des gesamten Auftragsvolumens gilt inzwischen als KI-beeinflusst.
Starke Fundamentaldaten, schwache Kursentwicklung
Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung ist auffällig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erzielte Adobe einen Rekordumsatz von 23,8 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 11 Prozent. Der bereinigte Nettogewinn stieg auf 8,9 Milliarden US-Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen lagen zum Jahresende bei 22,5 Milliarden US-Dollar, 13 Prozent mehr als im Vorjahr.
Dennoch hat die Aktie seit Jahresbeginn rund 17 Prozent verloren und notiert deutlich unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte. Das Forward-KGV ist laut Seeking Alpha auf 12 gesunken – weit unter dem Sektordurchschnitt von 21 und dem eigenen Fünfjahresdurchschnitt von 30. Das spiegelt die anhaltende Skepsis wider, ob Adobe im KI-Zeitalter seine Preissetzungsmacht behalten kann.
Zusätzlich beobachten Anleger die geplante Übernahme von Semrush Holdings für rund 1,9 Milliarden US-Dollar. Ein zügiger Abschluss könnte das Vertrauen in die Umsatzperspektiven für 2026 stärken.
Der Quartalsbericht am 12. März wird zeigen, ob die KI-Investitionen bereits in den ARR-Zahlen ankommen – und ob die aktuelle Bewertung eine Chance oder ein Warnsignal ist.
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