Adobe hat in dieser Woche gleich auf drei Ebenen für Schlagzeilen gesorgt: Rekordergebnisse im ersten Quartal, der Abgang von Langzeit-CEO Shantanu Narayen und ein 150-Millionen-Dollar-Vergleich mit dem US-Justizministerium. Die Aktie reagierte dennoch mit einem Kursrutsch — ein Zeichen dafür, wie sehr die Unsicherheit rund um die Führungsnachfolge das starke Zahlenwerk überlagert.
Starke Zahlen, schwache Kursreaktion
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Adobe einen Umsatz von 6,4 Milliarden Dollar — ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekordwert. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 6,06 Dollar und übertraf die Analystenerwartung von 5,87 Dollar deutlich. Besonders auffällig: Der annualisierte Umsatz aus KI-Produkten hat sich im Jahresvergleich mehr als verdreifacht. Der Cashflow aus dem operativen Geschäft erreichte ebenfalls einen Rekordwert von 2,96 Milliarden Dollar.
Auch der Ausblick fiel besser aus als erwartet. Für das zweite Quartal prognostiziert Adobe einen Umsatz zwischen 6,43 und 6,48 Milliarden Dollar sowie ein bereinigtes EPS von 5,80 bis 5,85 Dollar — beides über den Konsensschätzungen.
Trotzdem brach die Aktie im nachbörslichen Handel am 12. März um rund 7 Prozent ein. Auslöser war nicht das Zahlenwerk, sondern die Ankündigung des CEO-Wechsels.
Ein Abgang nach 18 Jahren
Shantanu Narayen, der Adobe seit 2007 führt, wird sein Amt niederlegen, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Er bleibt dem Unternehmen als Chairman des Board erhalten. Die Suche nach einem Nachfolger läuft, wobei sowohl interne als auch externe Kandidaten geprüft werden. Frank Calderoni, bisher Lead Independent Director, leitet den Auswahlprozess.
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Narayens Bilanz ist beeindruckend: Unter seiner Führung stieg der Aktienkurs um mehr als das Sechsfache, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum rund 350 Prozent zulegte. Er trieb die Umstellung von Einzellizenzen auf das Abonnementmodell der Creative Cloud voran und positionierte Adobe zuletzt konsequent im Bereich generativer KI.
DOJ-Vergleich und Kursperspektive
Hinzu kommt der Vergleich mit dem US-Justizministerium: Adobe zahlt 75 Millionen Dollar Zivilstrafe und stellt weiteren 75 Millionen Dollar in kostenlosen Leistungen für betroffene Kunden bereit. Hintergrund sind Vorwürfe, das Unternehmen habe Abonnements schwer kündbar gemacht und Stornogebühren nicht transparent kommuniziert. Adobe bestreitet die Vorwürfe, erklärte sich aber dennoch zur Einigung bereit und hat nach eigenen Angaben die Aboprozesse bereits verbessert.
Die Aktie steht seit Jahresbeginn rund 23 Prozent im Minus — deutlich mehr als der S&P 500 mit etwa 3 Prozent Verlust im gleichen Zeitraum. Anleger bestrafen Adobe vor allem wegen der Sorge, dass KI-Konkurrenten das Kerngeschäft gefährden könnten. In den tatsächlichen Zahlen zeigt sich diese Erosion bislang nicht: Die operative Marge liegt bei 36,6 Prozent, der Annual Recurring Revenue wuchs auf 26,06 Milliarden Dollar — ein Zuwachs von knapp 11 Prozent. Das Fundament bleibt solide, während der Markt auf Antworten zur Führungsnachfolge wartet.
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