Agco Aktie: Ausblick drückt Kurs
Agco senkt die Jahresprognose deutlich unter die Analystenerwartungen. Der Landmaschinenhersteller leidet unter Investitionszurückhaltung der Landwirte.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz knapp unter Analystenschätzung
- Jahresgewinnprognose fast 8% unter Konsens
- Nordamerika wächst, Lateinamerika bricht ein
- Aktienrückkäufe trotz gedämpfter Aussichten
Ein Quartal, das eigentlich solide aussah, reichte am Ende nicht. Agco legte am Donnerstag Zahlen zum zweiten Quartal vor, die nur knapp unter den Erwartungen lagen — die eigentliche Enttäuschung kam mit dem Ausblick für das Gesamtjahr. Die Aktie des Landmaschinenherstellers gab daraufhin um 3,6 Prozent nach.
Quartalszahlen knapp verfehlt
Der Umsatz sank im zweiten Quartal um 1,0 Prozent auf 2,61 Milliarden Dollar und blieb damit unter der Analystenschätzung von 2,75 Milliarden Dollar. Bereinigt um Währungseffekte fiel der Rückgang mit 3,7 Prozent noch deutlicher aus. Beim bereinigten Gewinn je Aktie kam Agco auf 1,43 Dollar — zwei Cent unter dem Konsens von 1,45 Dollar.
Regional zeigte sich ein gespaltenes Bild. Nordamerika legte währungsbereinigt um 19,8 Prozent zu, getrieben von starker Nachfrage nach leistungsstarken Traktoren. Lateinamerika brach dagegen um 25,0 Prozent ein, Europa/Naher Osten gab um 4,7 Prozent nach, Asien/Pazifik/Afrika um 6,4 Prozent. Vorstandschef Eric Hansotia begründete die Schwäche mit steigender Unsicherheit bei Farmern, die ihre Investitionsentscheidungen angesichts hoher Betriebskosten und unklarer Nachfrageentwicklung zurückhaltender treffen.
Prognose reißt Lücke zu Erwartungen
Entscheidend für die Kursreaktion war der Ausblick. Agco senkte die Jahresprognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf eine Spanne von 5,50 bis 5,75 Dollar — der Mittelwert von 5,63 Dollar liegt fast 8 Prozent unter dem bisherigen Analystenkonsens von 6,11 Dollar. Auch beim Umsatz rechnet das Unternehmen nun mit 10,1 bis 10,2 Milliarden Dollar, spürbar weniger als die zuvor erwarteten 10,58 Milliarden Dollar.
Hansotia verwies auf schwächer als erwartete Branchenbedingungen, Währungseffekte und eine vorsichtigere Einschätzung für die zweite Jahreshälfte. Landwirte verschieben demnach Investitionen wegen hoher Betriebskosten und unsicherer Erntewirtschaft — mit entsprechend begrenzter Sichtbarkeit auf eine Erholung der Nachfrage.
Trotz der gedämpften Aussichten hielt Agco an Kapitalrückführungen fest: Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen Aktien im Wert von 345 Millionen Dollar zurück. Zudem schloss Agco den Verkauf seiner 49-prozentigen Beteiligung an den Finanzierungs-Joint-Ventures in den USA und Kanada für rund 190 Millionen Dollar ab.
Für die zweite Jahreshälfte bleibt der Fokus auf Kostendisziplin und Bestandsmanagement bei den Händlern gerichtet. Ob sich die Nachfrage in Nordamerika und Europa stabilisiert, während Lateinamerika weiter unter Druck steht, dürfte die kommenden Quartalsberichte zeigen.
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