Airbus: 21,37 Milliarden Dollar von China Southern
Airbus erhält Großauftrag von chinesischen Airlines, kämpft aber mit Lieferverzögerungen durch fehlende Triebwerke. Die Jahresziele bleiben bestehen.

Kurz zusammengefasst
- Rekordauftrag von China Southern Airlines
- Lieferstopp wegen Triebwerksmangel
- Umsatzrückgang im ersten Quartal
- Jahresprognose von 870 Auslieferungen
Die Auftragsbücher quellen über, die Werkshallen füllen sich mit flugunfähigen Jets. Airbus meldet für das erste Quartal 2026 eine auffällige Diskrepanz: Während chinesische Airlines im großen Stil neue Maschinen ordern, drosseln fehlende Triebwerke die Auslieferungen spürbar. An der Börse überwiegt vorerst der Optimismus.
Kurz vor dem Maifeiertag honorierte der Markt einen massiven Auftragseingang. Die Airbus-Aktie legte am Mittwoch um 5,2 Prozent zu. Auslöser ist eine geplante Großbestellung von China Southern Airlines und der Tochtergesellschaft Xiamen Airlines über 137 Maschinen der A320neo-Familie.
Der Deal hat nach Listenpreisen ein Volumen von rund 21,3 Milliarden US-Dollar. Die Auslieferungen sollen zwischen 2028 und 2032 erfolgen, vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären und Behörden. Die Fluggesellschaften finanzieren den Kauf aus einer Mischung von Eigen- und Fremdkapital.
Asien als Wachstumstreiber
Die Vereinbarung reiht sich in eine Serie von Großaufträgen aus der Volksrepublik ein. Zuvor hatten bereits China Eastern und Air China umfangreiche Bestellungen für den europäischen Flugzeugbauer platziert. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei Xiamen Airlines. Die Fluggesellschaft betrieb historisch eine reine Boeing-Flotte, integrierte aber 2023 ihren ersten Airbus-Jet und treibt die Diversifizierung nun massiv voran.
Parallel dazu sucht der US-Rivale Boeing nach einem Durchbruch auf dem chinesischen Markt. Konzernchef Kelly Ortberg hofft laut Medienberichten auf politische Unterstützung der US-Regierung, um eigene Großaufträge in der Region abzuschließen.
Rekordaufträge treffen auf Lieferengpässe
Die Flut an neuen Verträgen treibt den Auftragsbestand auf historische Höchststände. Ende März standen gut 9.000 Verkehrsflugzeuge in den Büchern. Gemessen am aktuellen Produktionstempo sichert dies die Auslastung für mehr als zehn Jahre. Der Löwenanteil entfällt dabei auf das Modell A321neo.
Im operativen Geschäft hakt es indes gewaltig. Der Umsatz sank im ersten Quartal um sieben Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Airbus konnte lediglich 114 Maschinen an Kunden übergeben – ein spürbarer Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Ursache ist ein eklatanter Mangel an Triebwerken des Zulieferers Pratt & Whitney. Auf den Werksgeländen sammeln sich zunehmend sogenannte „Glider“ an – fertige Flugzeuge, die ohne Antrieb auf ihre Fertigstellung warten. Diese Verzögerungen führten dazu, dass Boeing im ersten Quartal erstmals seit 2018 wieder mehr Jets auslieferte als Airbus.
Jahresziele bleiben bestehen
Trotz des holprigen Jahresstarts hält das Management an seinen Prognosen fest. CEO Guillaume Faury verweist auf den planmäßigen Hochlauf der Produktion, der lediglich durch die Triebwerksengpässe gebremst werde. Auch das Rüstungsgeschäft soll durch eine steigende globale Nachfrage weiter wachsen.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt der Vorstand weiterhin die Auslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen an. Das bereinigte operative Ergebnis soll bei etwa 7,5 Milliarden Euro liegen. Um diese Ziele zu erreichen, muss Airbus in den kommenden Monaten die logistischen Hürden bei den Triebwerken zwingend auflösen und die Taktrate in der Endmontage deutlich erhöhen.
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