Airbus Aktie: American Airlines kürzt A321XLR um 20 Prozent

Airbus erhält Großauftrag von Scoot, während American Airlines Bestellung kürzt. Quartalszahlen und steigende Ölpreise belasten die Aktie zusätzlich.

Dieter Jaworski ·

Kurz zusammengefasst

  • Scoot erweitert A320neo-Flotte
  • American Airlines reduziert A321XLR-Bestellung
  • Ölpreis steigt über 103 Dollar
  • Quartalsumsatz sinkt um sieben Prozent

Airbus bekommt neue Nachfrage aus Asien, verliert aber an anderer Stelle Rückenwind. Der Markt muss zwei Signale gleichzeitig verarbeiten: Scoot baut die Mittelstreckenflotte aus, American Airlines kürzt einen Teil seiner Langstreckenpläne mit dem A321XLR. Obendrein drücken hohe Ölpreise und schwächere Quartalszahlen auf die Stimmung.

Die Aktie notiert am Montag bei 44,20 Euro und gibt 1,78 Prozent nach; seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 9,80 Prozent. Damit bleibt die Erholung der vergangenen Wochen fragil.

Auftrag aus Asien, Dämpfer aus den USA

Scoot, die Billigtochter von Singapore Airlines, hat ihre Bestellung für Flugzeuge der A320neo-Familie ausgeweitet. Die Airline ordert elf Maschinen, ein Teil davon stammt aus gezogenen Optionen; die Auslieferungen sollen ab 2028 starten.

Für Airbus ist das ein positives Signal im wichtigen asiatischen Kurz- und Mittelstreckenmarkt. Scoot will damit Strecken ab Singapur ausbauen und setzt bei den neuen Jets auf Pratt-&-Whitney-Triebwerke. Das passt zum anhaltenden Trend: Airlines suchen sparsamere Flugzeuge, solange Treibstoffkosten und Kapazitätsdruck hoch bleiben.

Der Gegenpol kommt aus den USA. American Airlines reduziert ihre A321XLR-Bestellung um 20 Prozent und verweist auf eine strategische Verschiebung hin zu neuen Luftfahrttechnologien, die später im Jahr erwartet werden. Für Airbus ist das kein Bruch im Gesamtbild, aber ein klarer Stimmungsdämpfer beim Auftragsbestand.

Ölpreis verschärft das Umfeld

Die Lage wird durch den Energiemarkt ungemütlicher. Brent-Rohöl stieg über 103,56 Dollar je Barrel, nachdem der diplomatische Stillstand zwischen Teheran und Washington rund um die Straße von Hormus neue Sorgen ausgelöst hatte.

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Für Fluggesellschaften bedeutet teurer Treibstoff höhere Betriebskosten. Das trifft auch die Nachfrageeinschätzung für größere Flugzeuge. Emirates setzt A380-Flüge auf zwei wichtigen Strecken aus, was die Zurückhaltung bei spritintensiven Großraumkapazitäten unterstreicht.

Quartalszahlen liefern wenig Entlastung

Auch die Zahlen zum ersten Quartal halfen nur begrenzt. Der Umsatz sank auf 12,7 Milliarden Euro und lag damit um 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Airbus begründete den Rückgang vor allem mit weniger Auslieferungen im Verkehrsflugzeuggeschäft und einem schwächeren US-Dollar.

Beim bereinigten Ergebnis je Aktie blieb der Konzern hinter den Erwartungen zurück. Airbus erreichte 0,33 Euro je Aktie, während der Marktkonsens deutlich höher gelegen hatte; die negative Überraschung betrug knapp 29 Prozent.

Die Erste Group reagierte mit einer kleinen Anpassung. Sie senkte ihre Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 2,12 Dollar je Aktie nach zuvor 2,13 Dollar und blieb bei ihrer neutralen Einschätzung der Aktie. Das Signal ist weniger dramatisch als nüchtern: Die Erwartungen sinken leicht, der Bewertungsaufschlag braucht neue Argumente.

Am 20. Mai rückt in Manching der Verteidigungsbereich in den Mittelpunkt. Airbus will dort über unbemannte Kampfflugzeugprogramme und europäische strategische Autonomie sprechen. Gelingt es, den Defence-Bereich als stabilen Wachstumspuffer zu präsentieren, könnte das den Blick wieder stärker von Ölpreis, Lieferketten und kurzfristigen Airline-Entscheidungen lösen.

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Airbus Aktie

51,75 USD

+ 0,20 USD +0,39 %
KGV 28,45
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,77 %
Marktkapitalisierung 166,64 Mrd. USD
ISIN: US0092791005

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