Airbus Aktie: Eutelsat bestellt 229 OneWeb-Satelliten
Airbus gewinnt Verträge für Satelliten und Jets, während Proteste in Spanien sowie mögliche A350F-Verzögerungen den Konzern belasten.

Kurz zusammengefasst
- Eutelsat bestellt 229 OneWeb-Satelliten
- Vietnam ordert 50 Airbus-Flugzeuge
- Rund 5.000 Beschäftigte protestieren
- A350F-Auslieferung könnte sich verzögern
Airbus hat am vergangenen Wochenende seine Marktposition durch umfangreiche Neuaufträge in der Raumfahrt und der zivilen Luftfahrt gestärkt. Während das Unternehmen einen Milliarden-Deal für das OneWeb-Netzwerk und neue Flugzeugbestellungen aus Vietnam verbuchte, sah sich die Konzernführung am gestrigen Samstag mit massiven Protesten der Belegschaft in Spanien konfrontiert. An der Börse reagierte das Papier am Freitag positiv auf die operative Nachrichtenlage und schloss bei 198,84 Euro.
Expansion im Satellitengeschäft durch Eutelsat und IRIS²
Der Satellitenbetreiber Eutelsat investiert rund eine Milliarde Euro in 229 zusätzliche OneWeb-Satelliten, die von der Sparte Airbus Defence and Space gefertigt werden.
Diese Vereinbarung sichert die Kontinuität des Netzwerks in der niedrigen Erdumlaufbahn bis in das Jahr 2034. Parallel dazu unterzeichnete Airbus beim Space Summit in Paris den ersten Produktionsvertrag für die europäische Satellitenkonstellation IRIS².
Dieser Kontrakt umfasst 66 Einheiten der ersten Schicht, deren Auslieferung für das Jahr 2029 vorgesehen ist. In Toulouse erfolgt die Integration der Systeme, während Thales Alenia Space die entsprechenden Nutzlasten beisteuert.
Zusätzlich zum zivilen Geschäft beauftragte die französische Beschaffungsbehörde DGA Airbus als Hauptauftragnehmer mit der Entwicklung künftiger militärischer Aufklärungssatelliten im Rahmen des Programms Cassiopée. Das System soll ab 2032 die aktuelle CERES-Konstellation ersetzen. Gemeinsam mit dem Partner Unseenlabs entwickelt Airbus hierfür das Bodensegment sowie die zugrunde liegende Satellitenplattform.
Neugeschäft in Vietnam und Flottenzuwachs bei SWISS
Im Kerngeschäft der Verkehrsflugzeuge meldete das Unternehmen ebenfalls signifikante Fortschritte. Vietravel Airlines bestellte insgesamt 50 Maschinen der Typen A220 und A321. Zudem unterzeichnete Vietnam Airlines eine Absichtserklärung über den Kauf von fünf weiteren Langstreckenjets des Typs A350-900. Die staatliche Fluggesellschaft betreibt bereits 14 Flugzeuge dieses Typs und plant eine weitere Expansion ihrer Weitverkehrsflotte nach 2030.
Parallel zu den Neuaufträgen schreiten die Auslieferungen voran. Die Fluggesellschaft SWISS konnte gestern in Zürich ihren dritten A350-900 in Empfang nehmen. Das Flugzeug soll ab Oktober auf den Langstreckenverbindungen nach Shanghai und Johannesburg eingesetzt werden. Bis zum Jahr 2030 plant die Airline die Integration von insgesamt zehn Maschinen dieses Typs.
Tarifkonflikt in Spanien und Verzögerungen beim Frachter
Trotz der gefüllten Auftragsbücher wächst der interne Druck auf die Konzernleitung. In Madrid demonstrierten am Samstag laut Gewerkschaftsangaben rund 5.000 Beschäftigte gegen eine vorläufige Tarifeinigung.
Die Arbeitnehmervertreter fordern eine „echte Verhandlung“ und kritisieren das vorliegende Angebot von 7,95 Prozent Lohnerhöhung bis 2029 als unzureichend. Ein bindendes Referendum im laufenden Monat wird über den weiteren Fortgang der Streikmaßnahmen entscheiden, die seit Ende August die spanische Produktion belasten.
Operative Herausforderungen zeigen sich zudem beim neuen Frachtflugzeug A350F. Während die Vorbereitungen für den Erstflug, der für Ende 2026 geplant ist, bereits seit gut drei Wochen laufen, mehren sich Berichte über mögliche Verzögerungen bei der ersten Auslieferung.
Branchenexperten halten einen Termin im Jahr 2028 für realistischer als den offiziell für die zweite Jahreshälfte 2027 angestrebten Zeitraum. Die Aktie, die am Freitag ein Tagesplus von 1,7 Prozent verzeichnete, notiert damit weiterhin knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 202,56 Euro.
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