Airbus Aktie: Nettobestellungen erstmals über 1.000
Airbus-Aktie nähert sich dem Jahreshoch. Rekordbestellungen und bestätigte Ziele treiben den Kurs, doch das Auslieferungsziel bleibt ambitioniert.

Kurz zusammengefasst
- Kurs nahe 52-Wochen-Hoch
- Rekordbestellungen von über 1.000 Flugzeugen
- Jahresprognose bestätigt, ambitionierte Auslieferungsziele
- Aktienrückkaufprogramm über 5 Mrd. Euro
Die Airbus-Aktie schloss am Freitag bei 214,05 Euro und liegt damit nur noch 3,25 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das der Titel Mitte Januar markiert hatte. Allein in den vergangenen sieben Handelstagen legte das Papier um 5,42 Prozent zu. Anleger honorieren damit eine Serie operativer Fortschritte – von Rekordbestellungen bis zu einer bekräftigten Jahresprognose. Zugleich wächst der Druck auf das Auslieferungsprogramm: Um die eigenen Ziele für 2026 zu erreichen, muss der Flugzeughersteller in den verbleibenden Monaten deutlich zulegen.
Nettobestellungen erstmals über der 1.000er-Marke
Im Juli lieferte Airbus 67 Flugzeuge an 39 Kunden aus, darunter 37 A321neo, 18 A320neo, sechs A220-300 sowie sechs Maschinen aus dem A350-Programm. Gleichzeitig kletterten die Nettobestellungen für das laufende Jahr erstmals über die Marke von 1.000 Flugzeugen, nachdem allein im Juli mehr als 200 hinzukamen. Zu den Bruttoorders von 204 Maschinen zählte ein Großauftrag von SMBC Aviation Capital über 100 Flugzeuge der A320neo-Familie. China Eastern bestellte 25 A330-900, Riyadh Air stockte seine Order um sechs weitere A350-1000 auf.
Medienberichten zufolge muss Airbus bis zum Jahresende 452 Flugzeuge ausliefern, um die Jahresprognose zu erfüllen. Das erfordert in den verbleibenden Monaten bis Dezember ein Tempo, das jeden einzelnen Monat zwischen August und November seit 2023 übertreffen würde. Der Hersteller selbst verweist darauf, inzwischen bei der Triebwerksversorgung durch Pratt & Whitney in einer normalisierten Lage zu sein – ein Faktor, der die Lieferziele zuletzt zusätzlich belastet hatte.
Halbjahresbilanz stützt Prognose, Rückkaufprogramm läuft
Die Zahlen zum ersten Halbjahr, die Airbus am 29. Juli vorlegte, untermauern den positiven Trend: Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT verbesserte sich um 23 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Getragen wurde das Ergebnis von einem Rekord im zweiten Quartal mit 237 ausgelieferten Maschinen, wodurch die Auslieferungen im ersten Halbjahr auf 351 Flugzeuge kletterten. Das Unternehmen bekräftigte an diesem Tag zugleich seine Jahresziele: rund 870 kommerzielle Auslieferungen, ein bereinigtes EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro sowie einen freien Cashflow vor Kundenfinanzierung von rund 4,5 Milliarden Euro – vorbehaltlich keiner weiteren größeren Störungen und ohne Berücksichtigung von Zukäufen.
Bereits am 21. Juli hatte der Verwaltungsrat ein Aktienrückkaufprogramm von 5 Milliarden Euro über drei Jahre genehmigt. Für 2029 stellte Airbus zudem ein bereinigtes EBIT zwischen 12 und 13 Milliarden Euro in Aussicht – ein Signal, das die Kapitalmarktstory über die kurzfristige Lieferdynamik hinaus verlängert.
Neue Technik und weitere Aufträge in der Pipeline
Auf der Farnborough International Airshow kündigte Airbus am Dienstag eine dreijährige Flugtestkampagne mit einem A321neo-Demonstrator an, der vollskalige Flügelerweiterungen für das Programm „Wing of Tomorrow“ mit hohem Streckungsverhältnis erproben soll. Parallel zeichnet sich weiteres Wachstum im Auftragsbuch ab: Biman Bangladesh Airlines will Medienberichten zufolge bis Ende August einen Vertrag über zehn Flugzeuge – vier Großraum- und sechs Schmalrumpfjets – unterschreiben, wobei die Auslieferungen erst 2031 beginnen sollen.
Für das A350-Frachterprogramm peilt Airbus den Erstflug noch in diesem Jahr an, Zertifizierung und Erstauslieferung sollen Ende 2027 folgen, der Hochlauf ist für 2028 vorgesehen. Der nächste reguläre Zahlentermin steht für den 28. Oktober fest, wenn der Konzern seine Quartalsergebnisse vorlegt und zeigen muss, ob das straffe Auslieferungstempo bis dahin durchgehalten werden kann.
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