Airbus Aktie: Rekordjahr trotz Sommerloch
Der Nettogewinn legte zu, während Umsatz und bereinigtes EBIT sanken; Jahresziele bleiben bestehen, Auslieferungen und Cashflow müssen noch aufholen.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz blieb unter Analystenschätzungen
- Nettogewinn stieg um 20 Prozent
- Jahresprognose unverändert bei 7,5 Milliarden Euro EBIT
- Auftragsbestand umfasst 9.310 Flugzeuge
Airbus hält an seiner Jahresprognose fest, obwohl das dritte Quartal schwächer ausfiel als erwartet. Der Konzern verfehlte beim Umsatz die Analystenschätzungen, beim operativen Ergebnis lag er im Rahmen. Die Aktie gab im Tradegate-Handel nach Börsenschluss um rund ein Prozent auf etwa 190 Euro nach.
Schwächerer Sommer, stärkerer Nettogewinn
Von Juli bis September setzte Airbus knapp 17,5 Milliarden Euro um, zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Analysten hatten mit gut 17,9 Milliarden Euro gerechnet. Das bereinigte EBIT sank um neun Prozent auf rund 1,77 Milliarden Euro und traf damit die Konsenserwartung von 1,78 Milliarden Euro fast punktgenau.
Als Gründe nennt der Konzern weniger Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen und einen ungünstigeren Mix, sowohl bei den Verkehrsflugzeugen als auch bei Airbus Helicopters.
Der Nettogewinn entwickelte sich gegenläufig. Er stieg um 20 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro, auch dank positiver Sondereffekte. Das Ergebnis je Aktie lag mit 1,70 Euro über den erwarteten 1,67 Euro.
Prognose bleibt, Cashflow noch im Minus
Für das Gesamtjahr peilt Airbus unverändert ein bereinigtes EBIT von rund 7,5 Milliarden Euro an, nach 7,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Beim freien Cashflow vor Kundenfinanzierungen soll es bei 4,5 Milliarden Euro bleiben. Nach neun Monaten steht dort allerdings ein Minus von 1,3 Milliarden Euro. Der Konzern muss im Schlussquartal also deutlich zulegen.
Das gilt auch für die Auslieferungen. Bis Ende September übergab Airbus 547 Verkehrsflugzeuge, für das Gesamtjahr sind rund 870 geplant, nach 793 im Jahr 2025. Das wären etwas mehr als die 863 Jets aus dem Spitzenjahr 2019.
Konzernchef Guillaume Faury sprach von einem komplexen Umfeld, politisch wie operativ. Zulieferer, vor allem Triebwerkshersteller, kommen der Nachfrage kaum hinterher. Faury hatte Pratt & Whitney zu Jahresbeginn wiederholt vorgeworfen, nicht genug Turbinen für die A320neo-Familie zu liefern.
Auftragsbuch für mehr als zehn Jahre
Die Nachfrage ist das geringere Problem. Die Netto-Bestellungen im Verkehrsflugzeuggeschäft haben sich in den ersten neun Monaten mehr als verdoppelt, auf 1.105 Maschinen. Der Auftragsbestand wuchs damit auf 9.310 Flugzeuge, was rechnerisch für mehr als zehn Jahre Produktion reicht. Der Sparte Defence and Space flossen zudem Aufträge über 11,5 Milliarden Euro zu.
Ob Airbus die 870 Auslieferungen schafft, entscheidet sich im Schlussquartal. Dann zeigt sich auch, ob der Cashflow die Lücke von 1,3 Milliarden Euro bis zum Ziel von 4,5 Milliarden Euro schließen kann.
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