Airbus Aktie: Streik trifft auf Kundenvertrauen
Airbus sieht sich mit erneuten Streiks in Spanien konfrontiert, während United Airlines auf pünktliche A321XLR-Lieferungen für die Expansion 2027 setzt.

Kurz zusammengefasst
- Streiks in sechs spanischen Werken
- United plant A321XLR-Europaexpansion
- Airbus prüft Auswirkungen auf Produktion
- Jefferies bestätigt Hold-Einstufung
In Spanien wird wieder gestreikt, während auf der anderen Seite des Atlantiks ein Großkunde öffentlich Vertrauen in Airbus‘ Lieferfähigkeit ausspricht. Diese Gegensätzlichkeit prägt den aktuellen Blick auf den Flugzeugbauer.
Streik geht in die nächste Runde
Die spanischen Gewerkschaften CGT, UGT und UTIL haben die Streikaktion bei Airbus am Dienstag fortgesetzt. Sie bezeichnen das Angebot des Unternehmens zu Lohnerhöhungen und Homeoffice-Regelungen als unzureichend. Die Auseinandersetzung läuft bereits seit Juli mit wechselnder Intensität, nach der Sommerpause ist sie nun neu entflammt.
Betroffen sind Werke in Getafe, San Pablo, Tablada, Illescas, Albacete und Cadiz. Von den rund 14.000 Airbus-Beschäftigten in Spanien sind etwa 40 Prozent von den Streikmaßnahmen erfasst. Airbus prüft nach eigenen Angaben die zusätzlichen Auswirkungen auf Produktionsverpflichtungen, Kundenvereinbarungen und Zusagen gegenüber Institutionen.
Bei einem Treffen mit den Gewerkschaften am vergangenen Freitag hatte Airbus zugesichert, Lohnerhöhungen entsprechend der Inflation zu garantieren und frühere Homeoffice-Vereinbarungen wieder einzuführen. Das Unternehmen erklärte, weiterhin an einer für beide Seiten tragfähigen Lösung interessiert zu sein. Produktionsseitig bleibt der Einfluss bislang begrenzt, da überwiegend Angestellte im Bürobereich am Ausstand teilnehmen.
United setzt auf pünktliche A321XLR-Lieferungen
Während in Spanien gestreikt wird, zeigt sich United Airlines zuversichtlich, dass Airbus genügend A321XLR-Maschinen für die geplante Europa-Expansion 2027 liefern kann. Die US-Fluggesellschaft will das Langstrecken-Schmalrumpfflugzeug auf fünf neuen Europarouten einsetzen, darunter Verbindungen nach Luxemburg und Ibiza. Es handelt sich um die größte internationale Expansion in der Firmengeschichte des Carriers.
United-Manager Patrick Quayle räumte „ein paar Kinderkrankheiten“ beim A321XLR-Programm ein, zeigte sich aber überzeugt, die nötige Flugzeuganzahl für den Flugplan zu erhalten.
Andere Airlines wie Air Canada hatten zuletzt mit Verzögerungen bei der A321XLR-Auslieferung zu kämpfen, bedingt durch Produktions- und Lieferkettenengpässe bei Airbus. Auch Uniteds A321neo-Coastliner-Flotte für Premium-Transkontinentalflüge verzögert sich wegen Lieferproblemen.
Jefferies bestätigte am Dienstag seine „Hold“-Einstufung für Airbus, die Aktie notierte zu diesem Zeitpunkt bei 202,70 Euro.
Für Airbus bleibt die Doppelbelastung bestehen: Auf der einen Seite muss der Konzern den Tarifkonflikt in Spanien lösen, ohne die Lieferzusagen an Großkunden wie United zu gefährden. Auf der anderen Seite zeigt das Vertrauen der Airline, dass die grundsätzliche Nachfrage nach dem A321XLR ungebrochen ist – trotz der bekannten Produktionsengpässe.
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