Airbus Aktie: Team Gen 6 nach FCAS-Aus
Airbus startet mit zwölf Partnern das Projekt Team Gen 6 für einen neuen Kampfjet, während das zivile Geschäft trotz Lieferproblemen solide Auftragsbücher vorweist.

Kurz zusammengefasst
- Team Gen 6 als neue Kampfjet-Initiative
- Zwölf Rüstungskonzerne an Bord
- Zivile Auftragsbücher prall gefüllt
- Aktie erholt sich vom Jahrestief
Das europäische Kampfjet-Projekt FCAS ist in seiner ursprünglichen Form gescheitert. Frankreich und Deutschland konnten sich beim Herzstück nicht einigen. Nun formiert sich eine neue Allianz. Airbus bündelt seine Kräfte mit zwölf weiteren Rüstungskonzernen aus Deutschland und Spanien. Das Ziel: ein Kampfflugzeug der sechsten Generation im Alleingang.
Team Gen 6 formiert sich
Die Initiative trägt den Namen Team Gen 6. Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin unterzeichneten acht deutsche Unternehmen ein strategisches Positionspapier. Neben Airbus Defence and Space sind Schwergewichte wie MTU Aero Engines an Bord. Parallel dazu bindet Airbus spanische Zulieferer wie Indra und ITP Aero eng ein.
Die Industrie macht Druck auf die Politik. Das Konsortium fordert von der Bundesregierung klare Entscheidungen. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 sollen verbindliche Verträge vorliegen. Verteidigungsminister Boris Pistorius prüft den Vorschlag derzeit als eine von mehreren Optionen. Deutschland braucht für den Alleingang zwingend weitere Partner und viel Geld.
Ziviles Geschäft stützt den Konzern
Während die Rüstungssparte um ihre Zukunft ringt, liefert das zivile Geschäft Stabilität. Airbus sitzt auf einem massiven Auftragsbestand. Ende Mai standen 9.247 bestellte Flugzeuge in den Büchern. Das entspricht einer Produktionsauslastung von mehr als zehn Jahren.
Ein Blick auf die Details offenbart allerdings Probleme. Im Mai übergab Airbus 81 Maschinen an Kunden. Die Produktion lief jedoch deutlich langsamer. Nur etwa 70 Prozent der ausgelieferten Jets wurden im selben Monat gefertigt. Die Folge: Airbus bedient sich aus den Lagerbeständen. Lieferkettenprobleme und fehlende Triebwerke bremsen die Bänder weiterhin aus.
Erholung auf dem Parkett
An der Börse honorieren Investoren die jüngste Erholung. Die Aktie notiert aktuell bei 45,60 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von rund elf Prozent auf der Anzeigetafel. Der Titel löst sich damit spürbar vom Jahrestief aus dem März.
Seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch rund sieben Prozent im Minus. Die anhaltende Schwäche bei den Auslieferungen drückt auf die Stimmung. In den kommenden Monaten stehen zwei Faktoren im Mittelpunkt. Airbus muss die zivilen Lieferketten in den Griff bekommen. Parallel dazu entscheidet Berlin über die Verträge für Team Gen 6.
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