Airbus Aktie: Vorstandsumbau besiegelt!

Der europäische Flugzeugbauer meldet einen massiven Einbruch bei Flugzeugauslieferungen, während die Aktionäre einen umfassenden Vorstandsumbau beschlossen haben. Triebwerkslieferprobleme bremsen die Produktion.

Felix Baarz ·
Airbus Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Stärkster Auslieferungsrückgang seit 15 Jahren
  • Aktionäre segnen umfassenden Vorstandsumbau ab
  • Triebwerksengpässe bremsen A320neo-Produktion
  • Auftragsbestand wächst trotz operativer Probleme

Starke Nachfrage, leere Werkshallen – bei Airbus klaffen Anspruch und Realität derzeit weit auseinander. Während die Aktionäre auf der Hauptversammlung in Amsterdam weitreichende personelle Veränderungen absegneten, rückt ein massives operatives Problem in den Fokus. Der europäische Flugzeugbauer verzeichnete das schwächste Auslieferungsquartal seit 15 Jahren.

Frischer Wind im Aufsichtsrat

Die Anteilseigner stimmten zunächst der vorgeschlagenen Dividende von 3,20 Euro je Aktie zu. Die Auszahlung erfolgt am 23. April 2026. Parallel dazu ordnet der Konzern seine Führungsebene neu. BMW-Chef Oliver Zipse zieht für ein Jahr in den Verwaltungsrat ein. Er ersetzt Victor Chu, der sein Mandat am Tag der Hauptversammlung niederlegte.

Ebenfalls neu im Gremium ist Henriette Hallberg Thygesen vom dänischen Rüstungskonzern Terma. Einen langfristigen Wechsel gibt es an der Spitze des Kontrollgremiums. René Obermann wird seinen Posten als Chairman am 1. Oktober 2026 räumen. Seine Nachfolgerin wird Amparo Moraleda.

Triebwerks-Engpass bremst Produktion

Das neu formierte Management steht vor einer gewaltigen operativen Hürde. Im ersten Quartal 2026 übergab Airbus lediglich 114 Verkehrsflugzeuge an Kunden. Das entspricht einem Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders hart trifft es das Kernsegment. Die Auslieferungen der A320neo-Familie brachen um rund 24 Prozent auf 81 Jets ein.

Hauptursache für den Stau sind anhaltende Störungen in der Lieferkette. CEO Guillaume Faury verweist explizit auf Verzögerungen bei Pratt & Whitney. Der US-Hersteller liefert die Triebwerke für etwa 40 Prozent der weltweiten A320-Flotte. Airbus prüft mittlerweile rechtliche Schritte und fordert Kompensationen für die Ausfälle.

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Auftragsboom trifft auf schwachen Kurs

Den massiven Lieferproblemen steht ein regelrechter Bestellboom gegenüber. Die Nettoaufträge stiegen im ersten Quartal um 95 Prozent auf 398 Maschinen. Der gesamte Auftragsbestand schwillt damit auf 9.037 Flugzeuge an.

An der Börse überwiegt indes die Skepsis der Investoren. Die Airbus-Aktie schloss am Dienstag bei 42,40 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von 13,47 Prozent. Der Kurs notiert aktuell mehr als zehn Prozent unter der 200-Tage-Linie. Ein RSI-Wert von 10,9 unterstreicht die extrem überverkaufte Marktsituation.

Trotz des schwachen Jahresauftakts hält Airbus an seinen Zielen fest. Der Konzern plant für 2026 weiterhin die Auslieferung von rund 870 Flugzeugen und peilt ein bereinigtes EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro an. Am 28. April wird das Unternehmen seine detaillierten Finanzzahlen für das erste Quartal vorlegen und ein Update zur aktuellen Produktionsrate geben.

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Airbus Aktie

42,00 EUR

– 1,00 EUR -2,33 %
KGV 26,24
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,87 %
Marktkapitalisierung 153,70 Mrd. EUR
ISIN: US0092791005

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