Aixtron Aktie: 450-Millionen-Euro-Wandelanleihe
Aixtron verzeichnet starken Auftragseingang, aber rückläufigen Umsatz. Analysten passen Kursziele an, während die Aktie sich nach der KI-Rally erholt.

Kurz zusammengefasst
- Auftragseingang steigt um 81 Prozent
- Umsatz sinkt um 16 Prozent
- Wandelanleihe bringt 450 Millionen Euro
- Aktie erholt sich nach Kursrutsch
Der Anlagenbauer Aixtron hat am 30. Juli mit seinen Quartalszahlen für Aufsehen gesorgt. Der Auftragseingang kletterte im zweiten Quartal um 81 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 214,5 Millionen Euro und übertraf damit den Analystenkonsens von Visible Alpha, der bei 186 Millionen Euro gelegen hatte.
Auftragseingang schlägt die Erwartungen
Der Umsatz entwickelte sich dagegen schwächer: Er sank um 16 Prozent auf 115 Millionen Euro, blieb damit aber innerhalb der vom Unternehmen selbst kommunizierten Zielspanne für das Quartal. Für das Gesamtjahr peilt Aixtron einen Umsatz von rund 560 Millionen Euro an, mit einer möglichen Abweichung von 30 Millionen Euro nach oben oder unten. Die Bruttomarge soll bei 42 Prozent liegen.
Die EBIT-Marge soll zwischen 17 und 20 Prozent liegen, für das dritte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz von 180 Millionen Euro in Aussicht. Einen konkreten Termin für die Veröffentlichung der Q3-Zahlen hat Aixtron bislang nicht genannt.
Warchest durch Wandelanleihe
Zusätzliche Flexibilität verschaffte sich der Anlagenbauer bereits im April mit der erstmaligen Platzierung einer Wandelanleihe über 450 Millionen Euro, deren Erlös für allgemeine Unternehmenszwecke vorgesehen ist. Der freie Cashflow im zweiten Quartal betrug 113,6 Millionen Euro, die liquiden Mittel inklusive kurzfristiger Finanzanlagen summierten sich zum 30. Juni auf 816,2 Millionen Euro, die nettofinanziellen Mittel auf 467,0 Millionen Euro.
Diese Zahlen unterstreichen, dass Aixtron trotz des schwächeren Umsatzes finanziell auf solidem Fundament steht. Für Investitionen in Kapazitäten oder Forschung bleibt damit ausreichend Spielraum.
Achterbahnfahrt nach der KI-Rally
Die Börse reagierte auf die Zahlen zunächst euphorisch: Die Aktie zog am 30. Juli zeitweise um 5,1 Prozent auf 35,04 Euro an, trotz vorangegangener Gewinnmitnahmen nach dem kräftigen, KI-getriebenen Kursanstieg der vergangenen Monate. Der Sprung reihte sich in eine turbulente Phase ein: Vom Juni-Hoch bei 62,66 Euro war die Aktie bis Ende Juli auf ein Zwischentief von 31,42 Euro gefallen – in der Spitze eine Halbierung.
Aixtron zählte damit zu den größeren Verlierern der Gewinnmitnahmewelle bei KI-Profiteuren, wobei sich der erwartete Boom bei dem Anlagenbauer bislang erst in Ansätzen in den Zahlen niederschlägt. Am Freitag vergangener Woche kehrte sich die Stimmung erneut: Eine spürbare Erholung im europäischen Chipsektor erfasste auch Aixtron, im Gleichlauf mit steigenden Kursen bei Wettbewerbern wie Infineon und Süss Microtec. Zusätzlichen Schub lieferte der US-Halbleiterkonzern Microchip Technology, der mit einer Rückkehr in die Gewinnzone und einem Ausblick über den Markterwartungen positive Signale sendete.
Analysten kappen Kursziele, Einstufungen bleiben stabil
Nach den Zahlen senkten mehrere Häuser ihre Kursziele, ohne von ihren Kaufeinstufungen abzurücken. JPMorgan reduzierte das Kursziel am 3. August von 70 auf 60 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Overweight“.
Bereits am 31. Juli hatte Jefferies das Kursziel von 73 auf 44 Euro gekappt, ebenfalls unter Beibehaltung der Kaufempfehlung. Ein weiteres Analystenhaus bestätigte seine neutrale Einstufung mit einem Kursziel von 42 Euro und lobte den kräftigen Auftragseingang, hält die Aktie nach den jüngsten Kursrückgängen aber weiterhin nicht für günstig bewertet.
Inzwischen hat sich der Kurs wieder stabilisiert. Am Freitag legte die Aktie um 2,97 Prozent auf 40,19 Euro zu, binnen einer Woche summierte sich das Plus auf 10,32 Prozent. Vom Rekordhoch aus dem Juni bleibt das Papier damit weiterhin deutlich entfernt – ob sich der erwartete KI-Boom in den kommenden Quartalen tatsächlich in den Zahlen niederschlägt, bleibt für Anleger die entscheidende Frage.
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