Akamai Aktie: Anthropic beteiligt sich fast
Der Siebenjahresvertrag umfasst 11,6 Milliarden Dollar; Anthropic kann Akamai-Anteile erwerben und den Deal erweitern.

Kurz zusammengefasst
- Cloud-Zusage über sieben Jahre ausgeweitet
- Optionsschein ermöglicht bis zu fünf Prozent
- Zusätzliche neun Milliarden Dollar optional
- Akamai erhöht Investitionspläne um 1,7 Milliarden
Ein Cloud-Vertrag mit Optionsschein-Klausel schickt Akamai an ihr Wochenhoch. Anthropic sichert sich nicht nur Rechenkapazität für sieben Jahre, sondern könnte sich künftig direkt an Akamai beteiligen.
Optionsschein macht aus dem Kunden potenziell einen Aktionär
Akamai hat die Zusammenarbeit mit der KI-Plattform Anthropic auf 11,6 Milliarden Dollar über sieben Jahre ausgeweitet. Der Vertrag lässt sich um weitere 9 Milliarden Dollar auf rund 20 Milliarden Dollar aufstocken. Anthropics wachsende CPU-Workloads sollen künftig über die verteilte Infrastruktur und Software der Akamai Cloud laufen.
Besonders bemerkenswert: Als Teil der Vereinbarung erhielt Anthropic einen Optionsschein zum Kauf wandelbarer Vorzugsaktien. Nach Umwandlung entspräche das rund 7,7 Millionen Stammaktien oder bis zu 5 Prozent der ausstehenden Akamai-Anteile, zum Ausübungspreis von 111,33 Dollar. Zwei Prozentpunkte davon vesten mit der jetzigen Zusage, die übrigen drei nur, falls Anthropic den Vertrag um die zusätzlichen 9 Milliarden Dollar erweitert.
Für die Umsetzung rechnet Akamai mit rund 5,5 Milliarden Dollar an Investitionsausgaben. Die Investitionen des laufenden Jahres sollen deshalb um etwa 1,7 Milliarden Dollar steigen, unter anderem um Speicherkomponenten in der Lieferkette zu sichern. Die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr bleibt davon unberührt.
Kurs schnellt nach Verlusttag deutlich nach oben
Der Aktienkurs hatte den Handel am Donnerstag noch mit einem Tagesverlust von rund 6,8 Prozent bei 110,41 Dollar beendet. Die Anthropic-Nachricht drehte das Bild: Am Freitag legte der Titel zeitweise rund 8 bis 12 Prozent zu.
Das Analystenbild fällt überwiegend positiv aus, auch wenn die Kursziele deutlich streuen. RBC Capital bestätigte ihre neutrale Einstufung mit einem Kursziel von 135 Dollar und bezeichnete den Deal als „wegweisend“, sieht das Chance-Risiko-Verhältnis aber als ausgewogen.
DA Davidson bleibt bei Kaufen mit Kursziel 185 Dollar und rechnet mit einer EBIT-Marge von rund 30 Prozent auf die bislang gemeldeten 14,6 Milliarden Dollar an Cloud-Infrastruktur-Zusagen.
Weitere Häuser wie BofA Securities und Guggenheim setzen ihre Ziele sogar bei 185 beziehungsweise 225 Dollar an — die Bandbreite der Einschätzungen zeigt, wie unterschiedlich das langfristige Ertragspotenzial des Deals bewertet wird.
Kündigungsrechte relativieren die Vertragssumme
Der Vertrag räumt Anthropic Kündigungsrechte ein, etwa bei erheblichen Ausfällen, Vertragsverstößen oder bestimmten Insolvenzfällen. Die genannte Gesamtsumme entspricht damit nicht automatisch bereits gesichertem Umsatz. Die Vereinbarung ergänzt zudem bereits in diesem Jahr angekündigte mehrjährige Zusagen aus dem übrigen Kundenstamm im Wert von über 2,8 Milliarden Dollar.
Wie schnell sich die Anthropic-Kooperation tatsächlich in den Umsatzzahlen niederschlägt, wird sich an den kommenden Quartalsberichten ablesen lassen — insbesondere daran, ob und wann Anthropic die Option auf die zusätzlichen 9 Milliarden Dollar zieht.
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