Akamai Aktie: KI-Stack komplett
Zwei neue KI-Dienste starten in der Beta; zugleich baut Akamai seine GPU-Kapazitäten für den Modellbetrieb aus.

Kurz zusammengefasst
- Verwalteter Zugang zu zwölf offenen Modellen
- Agenten-Sandbox nutzt WebAssembly-Isolierung
- Blackwell-Ultra-Cluster erweitern die GPU-Flotte
- Anthropic-Vertrag umfasst 11,6 Milliarden Dollar
Akamai baut sein Cloud-Geschäft zum vollständigen KI-Angebot aus. Heute hat der Konzern mit Akamai Inference und Akamai Agent Sandbox zwei neue Produkte vorgestellt, die Modellbetrieb und die sichere Ausführung von KI-Agenten auf einer Plattform bündeln. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Der Markt schaut gerade intensiv auf Anbieter von KI-Infrastruktur.
Zwei neue Bausteine
Akamai Inference bietet Unternehmen verwalteten Zugriff auf offene und eigene Modelle über OpenAI-kompatible Schnittstellen. Bestehende Anwendungen sollen sich ohne Umbau anbinden lassen. Kunden wählen zwischen serverlosem Pay-per-use-Betrieb und dedizierten Deployments. Zum Start umfasst der Katalog zwölf offene Modelle, darunter gpt-oss-120b von OpenAI und Gemma 4 von Google.
Die Agent Sandbox löst ein anderes Problem. Wenn KI-Agenten eigenen Code schreiben und ausführen, braucht dieser Code klare Grenzen. Akamai setzt dafür auf WebAssembly-Isolation, die Rechenleistung, Speicher und ausgehende Verbindungen beschränkt. Die Lösung erscheint als Open-Source-Komponente des Spin-Frameworks. Beide Produkte starten zunächst in der Beta-Phase.
Parallel dazu erweitert Akamai die GPU-Flotte um NVIDIA-Blackwell-Ultra-Cluster. Die Infrastruktur soll 2027 zudem die Vera-Rubin-Plattform unterstützen. Wer Modelle selbst betreiben will, bekommt damit Hardware ohne Ratenlimits und geteilte Warteschlangen.
Rückenwind durch Anthropic-Börsengang
Die Produktnews trifft auf ein freundliches Umfeld. Akamai hat nach eigenen Angaben mehrjährige Cloud-Verträge von zusammen mehr als 14 Milliarden Dollar gesichert. Dazu zählt eine siebenjährige Zusage von Anthropic über 11,6 Milliarden Dollar, die laut Marktberichten auf bis zu 20 Milliarden Dollar wachsen könnte.
Weil Anthropic für Mitte November einen Börsengang anpeilt, gilt Akamai vielen Beobachtern als direkteste Anlehnung an dieses Thema. Die Aktie legte gestern rund fünf Prozent auf etwa 98 Dollar zu. Auch Broadcom, CoreWeave und Astera Labs zogen an.
Der Vertrag hat allerdings eine Kehrseite. Er verlangt erhebliche Investitionen, die Umsetzung in Umsatz entscheidet also über den Erfolg. Hinzu kommt, dass Investoren die Bewertung des Anthropic-Börsengangs laut Berichten zuletzt nach unten korrigiert haben, bei verlangsamtem Umsatzwachstum.
Der Börsengang, dessen Vermarktung ab der Woche des 9. November beginnen könnte, dürfte damit zum Test für das gesamte Infrastruktursegment werden. Für Akamai zählt dabei, ob die Nachfrage nach Rechenleistung auch nach Abzug von Schulden, Investitionen und Kundenkonzentration trägt.
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