Aker BP Aktie: Rohöl-Rekordaufschlag hilft weiter?
Höhere Projektbudgets treffen auf geplante Produktionssteigerungen; Nordea empfiehlt die Aktie zum Kauf, SEB zum Verkauf.

Kurz zusammengefasst
- Yggdrasil-Budget steigt auf 195 Milliarden Kronen
- Valhall-Fenris nun mit 93,4 Milliarden kalkuliert
- Beide Felder sollen 2027 produzieren
- Nordea und SEB bewerten Aktie unterschiedlich
Die Entwicklung der norwegischen Vorzeigeprojekte von Aker BP erfordert deutlich höhere Mittel als ursprünglich veranschlagt. Daten aus dem norwegischen Regierungsbudget beziffern die Gesamtkosten für die Offshore-Vorhaben Yggdrasil und Valhall-Fenris auf zusammen 288,4 Milliarden norwegische Kronen. Anleger reagierten dennoch gelassen auf die Zahlen: Die Aktie von Aker BP legte heute um 3,4 Prozent auf 32,45 Euro zu.
Teure Absicherung des Zeitplans
Für das Großprojekt Yggdrasil weist das Budget eine Erhöhung der Schätzung um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nun 195 Milliarden Kronen aus. Bei der Genehmigung im Jahr 2023 waren noch 120,8 Milliarden Kronen veranschlagt worden.
Noch deutlicher fällt das Plus bei Valhall-Fenris aus: Dort kletterte die Kostenschätzung um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 75,9 Milliarden auf 93,4 Milliarden Kronen. Ursprünglich war das Projekt mit 52,9 Milliarden Kronen kalkuliert worden.
Aker BP betonte, dass diese Anpassungen den bereits im Juli abgegebenen Prognosen entsprechen. Der Anstieg ist maßgeblich auf höhere Baukosten sowie den Einsatz zusätzlicher Ressourcen zurückzuführen.
Zudem wurden bei Valhall vier zusätzliche Bohrungen und bei Fenris eine weitere Bohrung eingeplant. Ziel der Mehrausgaben bleibt die strikte Einhaltung des Inbetriebnahmeplans: Beide Felder sollen im Sommer 2027 die kommerzielle Produktion aufnehmen.
Ertragsstärke federt Investitionen ab
Der Kapitalbedarf des Konzerns bleibt hoch. Zwischen 2023 und 2028 sind Investitionsausgaben in Höhe von rund 30 Milliarden US-Dollar vorgesehen, von denen über 70 Prozent bereits investiert wurden.
Die Ausgaben sollen die Fördermenge mittelfristig spürbar ausweiten: Lag die Produktion im zweiten Quartal bei 384.000 Barrel pro Tag, soll sie bis 2028 auf etwa 525.000 Barrel täglich klettern.
Zugleich sorgt das Bestandsportfolio für spürbare Entlastung auf der Einnahmenseite. Beim Feld Johan Sverdrup, an dem Aker BP einen Anteil von 31,72 Prozent hält, erzielte die Rohölsorte nach Berechnungen von Wood Mackenzie zuletzt einen Rekordaufschlag von 24 US-Dollar je Barrel auf die Nordseesorte Brent.
Hintergrund waren Lieferunterbrechungen nach einem Stillstand der saudischen Ost-West-Pipeline. Halten die aktuellen Rohstoffpreise bis zum Jahresende an, kalkuliert das Analysehaus für Aker BP aus diesem Feld im laufenden Jahr mit einem Netto-Cashzufluss von 1,5 Milliarden US-Dollar.
Analysten uneins über Bewertungsniveau
In den Bankhäusern gehen die Meinungen über das Chance-Risiko-Profil der Aktie auseinander. Nordea empfiehlt den Titel mit einem Kursziel von 380 norwegischen Kronen zum Kauf und begründet dies mit strategischen Optionen sowie einer erwarteten Dividendenrendite von 7 bis 8 Prozent.
Dagegen rät das Analysehaus SEB mit einem Ziel von 320 Kronen zum Verkauf. Die Experten warnen, dass der Markt derzeit einen Ölpreis von rund 115 US-Dollar je Barrel bis 2027 einpreise, während die Bank für diesen Zeitraum lediglich von einem Brent-Niveau um 75 US-Dollar ausgeht. Nach einem Kurszuwachs von 50 Prozent seit Jahresanfang spiegelt die Bewertung bereits erhebliche Ertragserwartungen wider.
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