Aktienmärkte vor weiterer Korrektur?
Der Konflikt im Iran treibt die Inflation und belastet die Konjunktur, was die Notenbanken in ein Dilemma zwischen Zinserhöhungen und Wachstum stürzt.

Kurz zusammengefasst
- Iran-Krieg als zentrale Belastung für Märkte
- Steigende Inflation bei stagnierender Wirtschaft
- Notenbanken in Zins-Dilemma gefangen
- Anlegerstimmung zeigt extreme Angstwerte
Der Krieg im Iran und dessen Auswirkungen bleibt nach wie vor das zentrale Thema, welches die Märkte aktuell bewegt. Neben den steigenden Preisen an der Zapfsäule dürften in den kommenden Wochen die Folgen auch bei anderen Produkten spürbar werden. Die Inflation ist bereits angesprungen und sollte sich vorerst weiter nach oben entwickeln. Da damit weniger im Geldbeutel übrigbleibt, wird weniger konsumiert und das Wirtschaftswachstum leidet. Dies führt allerdings zu einem Dilemma für die Notenbanken!
Geldwertstabilität oder Wirtschaftswachstum?
Normalerweise wird eine ansteigende Inflation mit steigenden Zinsen bekämpft. Dies wirkt sich allerdings bremsend auf die Wirtschaftsentwicklung aus. Diese leidet ohnehin bereits unter den Folgen des Irankriegs und könnte eher einen Impuls in Form von fallenden Zinsen vertragen. Das Problem ist, dass die Konjunktur bei steigender Inflation stagniert, was man als so genannte „Stagflation“ bezeichnet. Entsprechend nervös sind auch die Anleger mittlerweile, die sich von der Aussicht auf fallende Zinsen in absehbarer Zeit bereits verabschiedet haben. Sollten nun auch noch steigende Zinsen erwartet werden, dürfte dies am Aktienmarkt einen weiteren Verkaufsimpuls auslösen!
Stimmung am Boden!
Die Stimmung der Anleger ist mittlerweile in extreme Angst gewichen, wie der „Fear & Greed Index“ von CNN offenbart. In der Vergangenheit folgte auf das Erreichen extremer Angst oder auf der anderen Seite extremer Gier oftmals eine Bewegung in die andere Richtung. Sollten sich tatsächlich Gespräche zwischen dem Iran und den USA erkennen lassen, die womöglich sogar Anzeichen eines baldigen Endes des Konflikts erkennen lassen, dürfte auch der Aktienmarkt erfreut reagieren. Hält der Irankrieg und die damit verbundene Sperrung der Straße von Hormus hingegen weiter an, dürften auch die Preise auf breiter Front weiter anziehen. Da US-Präsident Trump vor dem Hintergrund der US-Zwischenwahlen im Herbst mittlerweile enorm unter Druck steht, darf man gespannt sein, ob auch von dieser Seite entsprechende Zugeständnisse erfolgen werden.
Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
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