Alibaba Aktie: 2,8 Milliarden für Kling AI
Alibaba investiert Milliarden in KI-Firma Kling AI und verbietet westliche Software. Der Aktienkurs bleibt trotz strategischer Neuausrichtung im Abwärtstrend.

Kurz zusammengefasst
- Milliardeninvestment in KI-Firma Kling AI
- Verbot von Claude Code für Mitarbeiter
- Rückzug aus Logistikbeteiligungen
- Aktie trotz Tagesplus im Jahrestief
Während die Alibaba-Aktie an der Börse taumelt, macht der Konzern intern Ernst mit einem radikalen Umbau. Milliarden fließen in ein KI-Investment, gleichzeitig verbannt Alibaba westliche Software aus dem eigenen Haus. Zwei Signale, die zeigen: Der Konzern kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig.
Ein Milliarden-Investment in Kling AI
Alibaba Cloud beteiligt sich an einer Großfinanzierung für Kling AI, den Videogenerator-Ableger von Kuaishou. Zusammen mit Tencent und Baidu sammelt die Runde umgerechnet rund 2,8 Milliarden Dollar ein. Die Bewertung von Kling AI liegt bei geschätzten 15 Milliarden Dollar vor der Kapitalspritze.
Der Zeitpunkt passt: Kling AI hat den Quartalsumsatz auf 650 Millionen Yuan vervierfacht. Alibaba setzt damit auf einen der am schnellsten wachsenden KI-Anbieter Asiens und sichert sich frühzeitig einen Anteil an dessen Erfolg.
Bruch mit westlicher KI-Software
Ab Juli 2026 verbietet Alibaba seinen Mitarbeitern die Nutzung von Claude Code, dem Programmier-Tool von Anthropic. Der Grund: Sicherheitsbedenken. Berichten zufolge stuft Alibaba das Tool als Hochrisiko ein, weil es Mechanismen zur Identifikation chinesischer Nutzer und Proxy-Verbindungen enthält.
Die Entwickler sollen komplett auf das hauseigene Tool „Qoder“ umsteigen. Der Schritt ist mehr als eine interne IT-Entscheidung. Er markiert einen tieferen Bruch zwischen chinesischen Tech-Konzernen und westlichen KI-Anbietern, befeuert durch die anhaltenden geopolitischen Spannungen.
Portfolio-Bereinigung bei Logistik und Handel
Parallel zieht sich Alibaba aus Randgeschäften zurück. Der Konzern hat seinen Anteil an Yuantong Express deutlich reduziert, die Verkäufe summieren sich zuletzt auf über 2,36 Milliarden Yuan. Auch bei Yunda Express hat Alibaba Anteile abgebaut.
Die Logistiktochter Cainiao soll sich künftig auf internationale Geschäfte und Technologie konzentrieren. Im gleichen Atemzug prüft Alibaba eine Übernahme von Pupu Supermarket für rund 1,5 Milliarden Dollar. Das Ziel: die eigene Position im Schnelllieferungsgeschäft gegen Konkurrenten wie Meituan verteidigen.
Aktie tief im roten Bereich
Am Kapitalmarkt zeigt sich derweil ein anderes Bild als in der Konzernstrategie. Die Aktie schloss am Freitag bei 85,80 Euro, ein Plus von 2,02 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 21,86 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn beträgt der Verlust 35,49 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 161,60 Euro aus dem Oktober 2025 trennen die Aktie mittlerweile fast 47 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 79,50 Euro, aufgestellt Ende Juni 2026, beträgt der Abstand nur noch knapp 8 Prozent. Der Kurs notiert weiterhin deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 125,44 Euro.
Ein technisches Detail sticht heraus: Der 14-Tage-RSI liegt bei 29,9 und damit im überverkauften Bereich. Historisch zieht ein solches Niveau oft wertorientierte Anleger an, die den Ausverkauf als Einstiegschance werten.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie schnell Alibaba die frisch finanzierten KI-Kapazitäten operativ einbindet. Parallel läuft die Effizienzoffensive im Kerngeschäft E-Commerce weiter – der Versuch, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, während der Konzern sein Geschäftsmodell technologisch neu ausrichtet.
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