Alibaba Aktie: Burry wettet gegen KI-Kurs
Michael Burry trennt sich komplett von Alibaba-Aktien und investiert in JD.com. Die Kapitalerhöhung verwässert bestehende Anteile und belastet den Kurs.
Kurz zusammengefasst
- Burry verkauft Alibaba-Anteile komplett
- Kapitalerhöhung über 80 Milliarden Hongkong-Dollar
- Nettogewinn bricht um 75 Prozent ein
- Investitionen in KI-Infrastruktur steigen stark
Ein prominenter Name verschärft den Ausverkauf: Michael Burry, bekannt für seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008, hat seine komplette Alibaba-Position aufgelöst und das Kapital in den Rivalen JD.com verschoben. Die Nachricht trifft den Konzern ausgerechnet an dem Tag, an dem eine milliardenschwere Kapitalerhöhung die Aktie ohnehin unter Druck setzt.
Die Hongkong-notierten Alibaba-Aktien brachen am Montag um bis zu 9,7 Prozent ein, auf den tiefsten Stand seit Ende Juli. Auslöser ist eine Aktienplatzierung im Volumen von 80 Milliarden Hongkong-Dollar, umgerechnet rund 10,2 Milliarden US-Dollar. Alibaba gab 710 Millionen neue Aktien zu je 112,70 Hongkong-Dollar aus – ein Abschlag von 8,4 Prozent zum Freitagsschlusskurs.
Burry sieht sinkende Kapitalrendite
Burry begründete seinen Ausstieg damit, dass er die jüngste Aktienausgabe nicht mittragen könne. Seiner Einschätzung nach dürfte die Kapitalrendite weiter sinken, je mehr Geld Alibaba in KI-Infrastruktur pumpt. Er stellte klar, dass die Aktie erst um rund die Hälfte fallen müsste, bevor er wieder einsteigen würde. Sein Kapital fließt stattdessen in JD.com, wo er auf eine rationalere Wettbewerbslage im chinesischen Lieferdienst- und E-Commerce-Markt setzt.
Die neuen Aktien erhöhen die Gesamtzahl der Alibaba-Papiere um etwa 3,7 Prozent und verwässern damit bestehende Anteile. Das Management verteidigt den Schritt mit dem Verweis auf langfristiges Wachstum – der gesamte Nettoerlös soll in den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen.
Quartalszahlen liefern Zündstoff
Die Kapitalerhöhung kommt nur wenige Tage nach Quartalszahlen, die das Ausmaß der Investitionen offenlegten. Der Nettogewinn brach im Juni-Quartal um etwa 75 Prozent ein, während der Umsatz um 9 Prozent zulegte.
Die Investitionsausgaben sprangen auf 67,7 Milliarden Yuan. Alibaba hatte zugleich verkündet, die erwartete Amortisationszeit für die KI-Investitionen von drei auf zweieinhalb Jahre verkürzt zu haben – begründet mit der starken Nachfrage nach KI-Diensten.
Die Transaktion gilt als größte Primäremission eines in Hongkong notierten Unternehmens überhaupt und als drittgrößte weltweit in diesem Jahr, hinter Angeboten von Alphabet und Intel. Der breitere Hang-Seng-Index verlor am Montag 2,1 Prozent, auch Tencent und Meituan gaben nach – ein Zeichen dafür, dass die Zweifel an der Rentabilität massiver KI-Ausgaben den gesamten chinesischen Technologiesektor erfassen.
Die Platzierung soll am 26. August abgeschlossen werden. Bis dahin dürfte der Markt weiter darüber streiten, ob Alibabas beschleunigter KI-Kurs die Verwässerung rechtfertigt oder ob Burrys Skepsis den Ton für weitere Investoren vorgibt.
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