Alibaba Aktie: Die Chip-Offensive?
Der Konzern verbindet den geplanten Ausbau seiner Rechenzentren mit eigenen KI-Chips und einem neuen Modell; zugleich bestehen regulatorische Hürden.
Kurz zusammengefasst
- Cloud-Kapazität soll 2032 über 20 Gigawatt liegen
- Neues KI-Modell mit 5 bis 10 Billionen Parametern geplant
- Zhenwu V900 soll 2027 in den Markt kommen
- Aktie seit Jahresbeginn 23 Prozent im Minus
Der chinesische Technologiekonzern Alibaba treibt seine langfristigen Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz mit konkreten Ausbauzielen für seine Cloud-Sparte voran.
Bis zum Jahr 2032 peilt das Unternehmen für Alibaba Cloud eine weltweite Rechenzentrumskapazität von mehr als 20 Gigawatt an. An den Finanzmärkten sorgten die Ankündigungen für eine verhaltene Reaktion: Im heutigen Handel legt die Aktie um 0,3 Prozent zu und notiert bei 97,50 Euro.
Am Dienstag stellte der Konzern zudem Pläne für ein neues KI-Modell vor. Dieses soll eine Spanne von 5 bis 10 Billionen Parametern umfassen. Der hohe Bedarf an Rechenleistung für derartige Modelle unterstreicht die Notwendigkeit des geplanten Infrastrukturausbaus.
Eigene Halbleiter und weltweite Rechenzentren
Die technologische Offensive stützt sich maßgeblich auf die konzerneigene Halbleitersparte T-Head. Über diese Einheit präsentierte das Unternehmen den KI-Chip Zhenwu V900. Die Massenproduktion sowie der kommerzielle Marktstart des Prozessors sind für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Laut Reuters gehört Alibaba zu jenen Hyperscalern, deren Nachfrage den Bau moderner Datenzentren maßgeblich antreibt.
Mit der Kombination aus eigener Chipentwicklung und massiver Rechenzentrumsexpansion versucht der Konzern, die gesamte Wertschöpfungskette künftiger KI-Anwendungen im eigenen Haus abzusichern. Dadurch will sich Alibaba im Wettbewerb der großen Technologieplattformen breiter aufstellen.
Gegenwind durch Aufsichtsbehörden und geopolitische Vorwürfe
Dem technologischen Vorstoß stehen jedoch rechtliche und geopolitische Hürden gegenüber. Am 19. September leitete Chinas State Administration for Market Regulation laut Reuters eine Untersuchung gegen die Konzerntochter Hangzhou Taomei Aviation Services sowie weitere Firmen ein. Die Behörde prüft dabei mutmaßliche Verstöße gegen Gesetze gegen unlauteren Wettbewerb.
Parallel dazu geriet das Unternehmen in den USA unter Druck. Am 17. September entfernte das U.S. Federal Register ein von Alibabas KI-System Qwen betriebenes Suchwerkzeug. Dem Schritt gingen Vorwürfe der US-Bundespolizei FBI voraus, wonach Alibaba KI-Technologie des Anbieters Anthropic kopiert haben soll. Alibaba und die chinesische Botschaft wiesen diese Anschuldigungen zurück.
Trotz der leichten Gewinne am heutigen Tag bleibt die Bilanz des Wertpapiers auf Jahressicht belastet: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 23 Prozent. Die kommenden Quartale dürften zeigen, wie sich die operative Umsetzung der Chip- und Cloud-Pläne angesichts der regulatorischen Risiken entwickelt.
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