Alibaba Aktie: Gewinnwende im Visier
BofA hebt das Kursziel an und erwartet höhere Cloud-Erträge sowie geringere KI-Verluste; die September-Zahlen stehen noch aus.

Kurz zusammengefasst
- BofA hebt Alibaba-Kursziele an
- Cloud-Umsatzwachstum soll 52 Prozent erreichen
- KI-Verluste sollen auf elf Milliarden Yuan sinken
- Kundenmanagement-Erlöse dürften fünf Prozent nachgeben
BofA sieht die Trendwende bei den Erträgen im Kurs von Alibaba noch nicht abgebildet. Vor den Zahlen zum September-Quartal bestätigt die Bank ihr „Buy“ und hebt das Kursziel an. Für die Hongkonger Aktie liegt es nun bei 175 Hongkong-Dollar nach zuvor 172, für die US-Papiere bei 178 Dollar. Die Hongkonger Titel legten am Montag zeitweise um bis zu 3 Prozent zu.
Cloud und KI als Ergebnistreiber
Im Zentrum der Analyse steht das Cloud-Geschäft. BofA rechnet damit, dass das Umsatzwachstum von 45 auf 52 Prozent anzieht, getragen von einer Nachfrage externer Kunden, die um knapp 55 Prozent zulegen soll. Die bereinigte EBITA-Marge dürfte von 11,6 auf 12,9 Prozent steigen.
Gleichzeitig sollen die Verluste bei KI-Labors und -Anwendungen schrumpfen, von 14 auf 11 Milliarden Yuan. Der Grund: bessere Trainingseffizienz. Aus Sicht der Analysten deckt das Cloud-Ergebnis die KI-Verluste ab dem Dezember-Quartal. Cloud und KI zusammen kämen demnach in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 auf null, nach einem Minus von mehr als 20 Milliarden Yuan im Geschäftsjahr 2026.
Für das Gesamtbild erwartet BofA ein bereinigtes Konzern-EBITA von 30 Milliarden Yuan. Der Markt rechnet im Schnitt nur mit 26 Milliarden. Beim Umsatz liegt die Bank mit einem Plus von 10 Prozent auf Konsenslinie.
E-Commerce bleibt schwach, Quick Commerce bessert sich
Im Kerngeschäft bleibt das Bild gemischt. Die Erlöse aus dem Kundenmanagement dürften um 5 Prozent sinken, die Analysten verweisen auf die schwache Konsumlaune in China. Trotzdem soll das bereinigte E-Commerce-EBITA um 2 Prozent steigen, gestützt durch Effizienzgewinne.
Dazu trägt der Schnelllieferdienst bei. BofA modelliert hier Verluste von 9,6 Milliarden Yuan nach 9,8 Milliarden im Juni-Quartal. Der Verlust pro Bestellung fällt demnach von 1,8 auf 1,5 Yuan. Bei anhaltender Kostendisziplin könnte das E-Commerce-EBITA im Geschäftsjahr 2027 gegen 160 Milliarden Yuan gehen.
Die Bank nennt auch Risiken: schwächere Konsumausgaben, langsamere KI-Adoption, KI-Investitionen, die der Monetarisierung vorauseilen, strengere Regulierung und härterer Wettbewerb in E-Commerce, Quick Commerce und Cloud.
Beteiligung Moonshot vor Börsengang
Am Rande rückt eine Alibaba-Beteiligung in die Schlagzeilen. Das KI-Startup Moonshot, dessen Aufstieg mit Kimi auch durch Alibabas Unterstützung an Profil gewann, will in Hongkong an die Börse. Die Führungsspitze verhandelt laut Insidern über die Beilegung eines Rechtsstreits mit einem Aktionär der früheren Firma Recurrent.ai. Ein Einfluss auf die Börsenpläne wird nicht erwartet.
Die Zahlen für das September-Quartal erwartet der Markt zwischen Ende Oktober und Mitte November. Im Konsens stehen ein Umsatz von 271,12 Milliarden Yuan und ein Gewinn je Aktie von 10,97 Yuan, nach 4,36 Yuan im Vorjahr.
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