Alibaba Aktie: Liefert Nvidia wirklich?
Mehr als drei Millionen Karten wurden gemeinsam bestellt; eine konkrete Zuteilung an Alibaba ist bislang nicht bekannt.

Kurz zusammengefasst
- Alibaba, ByteDance und Tencent ordern gemeinsam
- Bestellvolumen übersteigt drei Millionen Grafikkarten
- Nvidia könnte nur fünf bis zehn Prozent liefern
- Kommerzielle Auslieferung ab 2027 erwartet
Alibaba will sich mit umfangreichen Nvidia-Bestellungen zusätzliche Rechenkapazität für künstliche Intelligenz sichern. Wie Reuters heute berichtet, bestellten Alibaba, ByteDance und Tencent zusammen mehr als 3 Mio. RTX-PRO-5500-Grafikkarten. Ihr gemeinsamer Listenwert liegt bei über 35 Mrd. US-Dollar. Ob Nvidia die angefragten Mengen liefern kann, ist allerdings unsicher.
Für Alibaba liegt darin der entscheidende Vorbehalt: Eine Bestellung bedeutet noch keinen gesicherten Kapazitätsausbau. Die Unternehmen haben die Bestellungen nicht offiziell bestätigt. Alibabas eigener Anteil und seine mögliche Zuteilung sind nicht bekannt. Der gemeinsame Listenwert lässt sich deshalb nicht als Investitionssumme des Unternehmens interpretieren.
Große Nachfrage, begrenzte Zuteilung
Nach dem Reuters-Bericht teilte Nvidia Partnern mit, sie könnten möglicherweise nur 5–10 % der angefragten Mengen erhalten. Eine vollständige Bedienung der Bestellungen ist demnach nicht garantiert. Diese mögliche Lieferquote bezieht sich auf die aggregierte Nachfrage und ist keine bestätigte Zuteilung für Alibaba.
Der Engpass könnte Alibabas Ausbau der KI-Rechenkapazität beeinträchtigen. Eine konkrete Verzögerung oder finanzielle Belastung ist jedoch nicht belegt. Für Anleger ist damit vor allem die tatsächliche Verfügbarkeit der Karten relevant, nicht allein das gemeldete Bestellvolumen.
Wie angespannt die Versorgung ausfallen könnte, verdeutlicht die Produktionsplanung: Nvidia soll 2027 weltweit höchstens 3 Mio. dieser Karten herstellen können. Chinesische Kunden haben insgesamt mehr als 6 Mio. bestellt.
Damit übersteigt bereits die Nachfrage aus China die erwartete weltweite Produktion. Alibaba konkurriert folglich mit anderen Bestellern um begrenzte Liefermengen. Aus dem Gesamtvolumen lässt sich aber weder eine bevorzugte Versorgung noch eine konkrete Kürzung für das Unternehmen ableiten.
Lieferbeginn und Exportauflagen setzen Grenzen
Reuters zufolge werden erste Muster im Dezember erwartet. Kommerzielle Lieferungen sollen im ersten Quartal 2027 beginnen. Das sind erwartete Termine für das Produkt, keine bestätigten Lieferzusagen an Alibaba.
Die Workstation-Karten sollen vor allem für KI-Inferenz eingesetzt werden. Sie gehören laut dem Bericht zu den leistungsstärksten Nvidia-Chips, die unter den US-Exportbeschränkungen noch für China verfügbar sind. Die Beschaffung erfolgt damit unter regulatorischen Einschränkungen.
Der Verkauf des B300 nach China ist untersagt. Exporte des H200 unterliegen einer Einzelfallprüfung und Lizenzauflagen. Zugleich soll Nvidia ab 2027 einen Großteil seiner TSMC-Kapazität vorrangig für die Rubin-Plattform einsetzen.
Für Alibaba belegt die gemeldete Bestellung somit Nachfrage nach zusätzlicher KI-Rechenleistung, aber noch keinen gesicherten Ausbau. Anleger können daraus bislang weder einen konkreten Lieferumfang noch einen verbindlichen Ausgabenplan ableiten. Entscheidend sind die tatsächliche Zuteilung und deren Umsetzung.
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