Alibaba Aktie: Ma kauft, Kurs steigt
Gründer Jack Ma und Führungskräfte kaufen Alibaba-Aktien während der Kapitalerhöhung. Der Kurs legt trotz Gewinneinbruch und Verwässerungssorgen zu.
Kurz zusammengefasst
- Jack Ma investiert 76,5 Millionen Dollar
- Führungsriege kauft Aktien im großen Stil
- Kapitalerhöhung bringt 10,2 Milliarden Dollar
- KI-Investitionen drücken Quartalsgewinn um 75 Prozent
Ausgerechnet der Mann, der Alibaba einst gegründet hat, sorgt jetzt für Auftrieb an der Börse. Jack Ma hat über mehrere Tage hinweg Aktien im Wert von umgerechnet rund 76,5 Millionen Dollar gekauft. Kein Wunder, dass Anleger das als deutliches Signal werten — schließlich kommt der Einstieg ausgerechnet dann, als der Konzern frisches Kapital für seine KI-Offensive einsammelt.
Die Alibaba-Aktie legte am Mittwoch in Hongkong um rund 1,3 Prozent auf etwa 115,80 Hongkong-Dollar zu. Der Hang Seng Index zog ebenfalls an. Ma war nicht allein: Chairman Joe Tsai und CEO Eddie Wu kauften in den vergangenen Tagen zusammen Aktien im Wert von mehr als 200 Millionen Hongkong-Dollar. Tsais Anteil am Unternehmen stieg damit laut einer aktuellen Meldung auf 1,44 Prozent.
Kapitalerhöhung mit Nebenwirkungen
Der Hintergrund der Käufe ist die milliardenschwere Aktienplatzierung, die Alibaba am Montag angekündigt hatte. Der Konzern gibt 710 Millionen neue Aktien zu 112,70 Hongkong-Dollar aus und sammelt damit umgerechnet rund 10,2 Milliarden Dollar ein — die größte Primäremission eines börsennotierten Hongkonger Unternehmens überhaupt.
Der Abschlag von 8,4 Prozent zum vorherigen Schlusskurs ließ den Kurs am Montag zunächst um bis zu zehn Prozent einbrechen, Anleger sorgten sich um Verwässerung und die Rendite der KI-Investitionen.
Genau in dieser Phase der Verunsicherung kaufte die Führungsriege zu. Das lässt sich als Gegengewicht zu den Dilutionssorgen lesen: Wer selbst zugreift, während der Kurs unter Druck steht, signalisiert Vertrauen in die eigene Strategie.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt von Mas Käufen zusätzlich deshalb, weil Alibaba zuletzt einen Einbruch des Quartalsgewinns um 75 Prozent gemeldet hatte — Folge der stark gestiegenen Investitionsausgaben für künstliche Intelligenz.
Über 380 Milliarden Yuan für KI-Infrastruktur
Die frischen Mittel aus der Platzierung sollen vollständig in den Ausbau der „Full-Stack“-KI-Fähigkeiten fließen: Chips, Rechenzentren und eigene Modelle. Insgesamt hat Alibaba für die kommenden drei Jahre mehr als 380 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 56,5 Milliarden Dollar) für KI-Infrastruktur eingeplant.
Auf der Produktseite treibt der Konzern parallel sein Qwen-Modellportfolio voran. Für Mittwoch ist die Veröffentlichung von Qwen 3.8-Flash-Next angekündigt, ein Modell mit 125 Milliarden Parametern, von denen laut Ankündigung des Qwen-Teams nur sechs Milliarden pro Anfrage aktiviert werden.
Das Team beschreibt die Version als Vorschau auf die kommende Qwen-4-Architektur — belastbare Benchmark-Werte gegenüber eigenen Vorgängermodellen oder westlichen Konkurrenten stehen noch aus.
Für die Aktie bleibt die Gemengelage doppelbödig: Auf der einen Seite steht ein Gewinneinbruch und eine verwässernde Kapitalerhöhung, auf der anderen ein geschlossenes Bekenntnis der Führungsebene samt Gründer zum eigenen Unternehmen. Wie sich diese beiden Kräfte in den kommenden Handelstagen gegeneinander durchsetzen, dürfte sich an der Reaktion auf die für Mittwoch erwartete Modell-Veröffentlichung ablesen lassen.
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