Alle Probleme gelöst?

Der DAX erreicht ein Allzeithoch nach Zoll-Aussetzung zwischen USA und China, doch Experten warnen vor übertriebenem Optimismus angesichts unsicherer Zinsentwicklungen.

Stephan Feuerstein ·
Leerer Konferenzraum mit Blick auf das Finanzviertel und Aktienanalysen auf dem Tisch.

Kurz zusammengefasst

  • Zoll-Aussetzung zwischen USA und China für 90 Tage
  • DAX steigt auf neues Rekordniveau
  • Drei Zinssenkungen in den USA erwartet
  • EZB könnte Zinsen weiter senken

Die USA und China haben sich darauf geeinigt, die verhängten Zölle für 90 Tage auszusetzen. Zudem ist ein „Deal“ möglich. An den Aktienmärkten wird dies zum Wochenauftakt mit freundlichen Notierungen gefeiert, dem DAX gelang der Anstieg auf ein neues Allzeithoch. Damit ist auch die Stimmung der Marktteilnehmer wieder auf einem sehr optimistischen Niveau angelangt.

Vorsicht vor zu viel Optimismus!

Es bleibt aber abzuwarten, ob damit alle Sorgen der letzten Wochen hinfällig werden. So wäre es eine echte Überraschung, wenn die Politik Donald Trumps künftig in berechenbaren Bahnen verlaufen würde. Da auch die Stimmung der Marktteilnehmer mit dem Anstieg seit Mitte April mittlerweile wieder sehr optimistisch ist, könnte sich die Erholungsrally allmählich dem Ende neigen. Schließlich zeigt auch die Saisonalität seit dem Monatswechsel nach unten.

Fallende Zinsen in den USA?

FED-Chef Powell hat Donald Trump bislang seinen Wunsch fallender Zinsen verweigert. Die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet bis zum Jahreswechsel aber insgesamt drei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte. Dies könnte der Bewegung am Aktienmarkt unter die Arme greifen. Oder eben auch nicht, sofern sich abzeichnet, dass diese Annahme zu optimistisch ist. Sollte sich die Inflation in den USA weiterhin hartnäckig über dem gewünschten Zielniveau zeigen, dürfte auch die US-Notenbank weiter abwarten. Dies trifft umso mehr zu, wenn sich die US-Konjunktur weiter stabil hält. So lagen die US-Arbeitsmarktdaten im April zuletzt klar über den Erwartungen.

Was macht die Europäische Zentralbank?

Für Europa rechnen die Marktteilnehmer zumindest noch mit zwei weiteren Zinssenkungen. Sollte dies der Fall sein, während die USA weiterhin keine Zinsänderung vornehmen, würde sich die Zinsschere weiter öffnen. Für ein solches Szenario spricht unter anderem, dass der zuletzt nachlassende US-Dollar den Spielraum für die Europäische Zentralbank nicht eingeengt hat. Wird dieses Szenario klarer, könnte auch die Outperformance des DAX weiter anhalten!

Stephan Feuerstein
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