Allianz Aktie: Bank of America stuft auf Underperform
Während die DZ Bank mehr Kursspielraum sieht, meldet Allianz Kooperationen und beziffert Hitzeschäden in Europa auf 113 Milliarden Euro.
Kurz zusammengefasst
- Bank of America setzt Kursziel auf 425 Euro
- DZ Bank erhöht fairen Wert auf 495 Euro
- Allianz Partners kooperiert mit Waymo
- Hitzewelle verursacht 113 Milliarden Euro Ausfälle
Am Aktienmarkt treffen bei der Allianz derzeit gegensätzliche Einschätzungen aufeinander. Am Freitag schloss das Papier mit einem leichten Zuwachs bei 425,00 Euro. Der Titel notiert damit 6,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 454,50 Euro, bewegt sich jedoch genau auf der Marke, die vorsichtige Stimmen für angemessen halten.
Geteilte Meinungen unter den Analysten
Medienberichten zufolge nahm die Bank of America am 17. September die Beobachtung des Münchner Versicherungskonzerns wieder auf. Die Experten stuften die Aktie mit „Underperform“ ein und legten das Kursziel bei 425 Euro fest. Aus Sicht der US-Bank bewegt sich der Versicherungstitel damit bereits auf seinem fairen Niveau.
Einen Tag später zog die DZ Bank ein gänzlich anderes Fazit. Das Institut bekräftigte die Einstufung „Kaufen“ und hob den fairen Wert von zuvor 486 auf 495 Euro an. Während das eine Lager kaum noch Luft nach oben sieht, traut die DZ Bank den Papieren weiteres Aufwärtspotenzial zu.
Neue Initiativen bei Zukunftstechnologien
Abseits der Bewertungsdebatte setzt der Konzern auf neue Wachstumsfelder und strategische Allianzen. Am 16. September gaben Allianz Partners und Waymo eine Kooperation für autonome Fahrzeugversicherungen und Sicherheitsforschung in Europa bekannt. Ziel der Partnerschaft ist die gemeinsame Entwicklung von Lösungen für die Versicherung, die Schadenabwicklung sowie die begleitende Sicherheitsforschung für selbstfahrende Fahrzeuge.
Parallel dazu investieren mehrere Konzerngesellschaften in europäische Spitzentechnologie. Die Allianz Lebensversicherung, die Allianz Private Krankenversicherung und Allianz France beteiligten sich am Scaleup Europe Fund des European Innovation Council.
Der Fonds unterstützt junge Technologieunternehmen bei der Skalierung ihrer Geschäftsmodelle, insbesondere in zukunftsträchtigen Segmenten wie künstlicher Intelligenz, Halbleitern und Quantencomputing.
Hitzewelle belastet die Konjunktur
Neben technologischen Chancen rücken auch makroökonomische Risiken in den Fokus. Laut dpa bezifferte eine Allianz-Schätzung am Donnerstag die wirtschaftlichen Ausfälle durch die sommerliche Hitzewelle auf 113 Milliarden Euro für die europäische Gesamtwirtschaft. Italien traf es mit Einbußen von 28 Milliarden Euro am stärksten, gefolgt von Deutschland mit 25 Milliarden Euro.
Auf Frankreich entfiel nach Berechnungen des Versicherers ein wirtschaftlicher Rückgang von 20 Milliarden Euro. Solche Hitzebelastungen dämpfen die Produktivität der Betriebe und wirken sich spürbar auf die konjunkturelle Entwicklung der betroffenen Länder aus.
Das unternehmenseigene Aktienrückkaufprogramm war vor rund zwei Wochen nahezu abgeschlossen. Im Zeitraum vom 14. bis einschließlich 18. September erwarb die Allianz SE weitere 122.659 eigene Anteile. Damit summierten sich die Rückkäufe seit dem Starttermin am 13. März auf insgesamt 6.065.345 Papiere.
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