Allianz Aktie: Die Ungeduld wächst!
Der Kreditversicherer rechnet mit einem globalen Insolvenzrekord. Für die Allianz SE entstehen dadurch sowohl Risiken als auch Chancen.

Kurz zusammengefasst
- Weltweite Pleiten steigen um 6 Prozent
- Deutschland erwartet Höchststand seit 14 Jahren
- 2,2 Millionen Arbeitsplätze weltweit gefährdet
- Allianz-Aktie trotz Warnung nahe Jahreshoch
Allianz Trade hat seine Insolvenzprognose für 2026 verdoppelt — und das ausgerechnet kurz vor den Quartalszahlen des Mutterkonzerns. Was das für die Allianz SE bedeutet, ist ambivalenter als es auf den ersten Blick wirkt.
Nahostkonflikt verschärft globalen Pleitentrend
Der Kreditversicherer erwartet für 2026 einen weltweiten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 6 Prozent — doppelt so viel wie noch vor dem Nahostkonflikt prognostiziert. Es wäre das fünfte Wachstumsjahr in Folge. Für Deutschland rechnet Allianz Trade mit 24.650 Insolvenzfällen, dem höchsten Stand seit 14 Jahren.
Die Treiber sind bekannt: Energiepreisvolatilität, gestörte Lieferketten und der anhaltende US-Handelskonflikt treffen besonders energieintensive Branchen wie Transport, Chemie und Metall. „Schon jetzt hat der Nahost-Konflikt auf Deutschland deutliche Auswirkungen, und auch der US-Handelskrieg ist längst nicht vorbei“, sagte Milo Bogaerts, Chef von Allianz Trade für die DACH-Region.
2,2 Millionen Arbeitsplätze im Risiko
Hinter den abstrakten Prozentzahlen stecken konkrete Konsequenzen. Allianz Trade schätzt, dass weltweit 2,2 Millionen Arbeitsplätze direkt gefährdet wären — rund 94.000 mehr als noch 2025. Europa trägt mit 1,3 Millionen potenziell betroffenen Jobs den Löwenanteil, davon 209.000 in Deutschland. Besonders exponiert: Bauwesen, Einzelhandel und Dienstleistungen.
Im Worst-Case-Szenario, dem Allianz Trade eine Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent beimisst, könnten die globalen Insolvenzen sogar um 10 Prozent zulegen. Für 2027 ist dann keine Erholung mehr in Sicht — vor dem Konflikt hatte man noch einen leichten Rückgang erwartet.
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Zweischneidiges Signal für den Mutterkonzern
Für die Allianz SE ist die Studie der eigenen Tochter ein gemischtes Bild. Steigende Insolvenzen erhöhen die Schadenslast im Kreditversicherungsgeschäft — gleichzeitig wächst der Absicherungsbedarf der Unternehmen, was das Neugeschäft stützt. Allianz Trade erwirtschaftete 2025 einen konsolidierten Umsatz von 4 Milliarden Euro und versicherte Transaktionen im Wert von 1.400 Milliarden Euro. Die Tochter ist keine Randnotiz, sondern eine substanzielle Ertragsquelle.
Die Allianz-Aktie notiert mit rund 390 Euro nahe ihrem 52-Wochen-Hoch und hat in den vergangenen 30 Tagen gut 10 Prozent zugelegt — der Markt bewertet den Konzern also noch entspannt.
Das könnte sich ändern. Am 7. Mai stimmt die Hauptversammlung über eine auf 17,10 Euro je Aktie erhöhte Dividende ab, die auf einem operativen Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro für 2025 fußt. Nur sechs Tage später, am 13. Mai, folgen die Q1-Zahlen — und die werden erstmals zeigen, wie stark die geopolitische Insolvenzwelle das Konzernergebnis konkret belastet hat.
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