Allianz Aktie: Geteilter Impuls

Die Allianz-Aktie erhält von der Deutschen Bank ein Hold-Rating, während der Konzern seinen globalen Vermögensrang an Berkshire Hathaway abgibt. Die operative Prognose bleibt robust.

Kurz zusammengefasst:
  • Deutsche Bank nimmt Aktie mit Hold-Rating wieder auf
  • Verlust der globalen Vermögensführungsposition
  • Angehobene operative Ergebnisprognose für 2025
  • Charttechnische Lage im mittleren Jahresspektrum

Die Allianz steht heute zwischen zwei Signalen: Auf der einen Seite nimmt die Deutsche Bank ihre Bewertung wieder auf und sieht begrenztes, aber vorhandenes Potenzial. Auf der anderen Seite verliert der Konzern seinen Spitzenplatz im globalen Vermögensranking an Berkshire Hathaway. Wie wirkt sich diese Mischung aus symbolischem Rückschlag und soliden Fundamentaldaten auf das Bild der Aktie aus?

Analysten-Comeback mit begrenztem Potenzial

Deutsche Bank Research hat die Allianz-Aktie am 7. Januar 2026 wieder in die aktive Beobachtung aufgenommen. Analyst Kailesh Mistry startet mit dem Votum „Hold“ und einem Kursziel von 400 Euro. Vom Schlusskurs gestern bei 383,90 Euro entspricht das einem moderaten Aufwärtsspielraum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Allianz

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Die Einstufung basiert auf einem insgesamt konstruktiven Blick auf europäische Versicherer. Für den Sektor rechnet die Deutsche Bank mit:

  • Buchwertwachstum von rund 8 %
  • Gewinnwachstum von etwa 9 %
  • durchschnittlicher Dividendenrendite um 4,5 %

Gerade die Dividendenperspektive stützt das Bild der Allianz als verlässlichen Ausschütter. Zugleich signalisiert das „Hold“-Rating, dass nach der starken Entwicklung der vergangenen zwölf Monate – der Kurs legte in diesem Zeitraum um gut 27 % zu – die Bewertung anspruchsvoller geworden ist.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie in der Nähe ihres kurzfristigen Mittelwerts: Der Kurs liegt knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 380,44 Euro und rund 6,5 % über der 200-Tage-Linie. Der RSI von 37,3 deutet eher auf eine abgekühlte als überhitzte Marktlage hin.

Allianz verliert Spitzenplatz an Berkshire

Parallel zur Analystenrückkehr meldet die Ratingagentur AM Best eine Verschiebung an der Spitze der globalen Versicherungswelt (auf Basis der Nicht-Banken-Vermögen). Nach fünf Jahren auf Rang 1 rutscht die Allianz im Januar 2026 auf Platz 2 ab. Neuer Spitzenreiter ist die US-Holding Berkshire Hathaway von Warren Buffett.

Die Zahlen im Überblick:

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  • Allianz-Vermögen: +6,2 % auf 1,09 Billionen US-Dollar
  • Berkshire Hathaway: 1,15 Billionen US-Dollar

Der Verlust der Nummer-1-Position ist vor allem von symbolischer Bedeutung und unterstreicht den Wettbewerb mit den US-Giganten. Operativ zeigt das Wachstum der verwalteten Vermögen jedoch, dass die Münchener weiter auf Kurs sind.

Operative Stärke und Branchenkontext

Fundamental steht weniger das Ranking als die laufende Geschäftsentwicklung im Vordergrund. Die Allianz hatte ihre Prognose für das operative Ergebnis 2025 auf mindestens 17,0 Milliarden Euro angehoben. Das deutet auf ein robustes Kerngeschäft hin, insbesondere im Vergleich zu Wettbewerbern, die stärker mit Kostenstrukturen ringen.

Im Branchenumfeld präsentiert sich der Konzern damit solide:

  • robuste Profitabilität im Kerngeschäft
  • fortgesetzte Expansion, unter anderem in Frankreich
  • Stärkung von Nischensegmenten wie Reiseversicherungen

Ein Beispiel für diese Nischenstärke: Die Tochter Allianz Travel Insurance wurde am 8. Januar 2026 beim U.S. News & World Report in mehreren Kategorien ausgezeichnet. Das zahlt auf die internationale Wahrnehmung und Marktdurchdringung im Reiseversicherungsgeschäft ein, auch wenn es für den Gesamtkonzern eher ein Mosaikstein bleibt.

Charttechnik und Ausblick

Kurzfristig rückt die Zone um 380 Euro in den Blick. Diese Marke dient als Unterstützung, während der Bereich um 385 Euro als Hürde gilt, die der Kurs nachhaltig überwinden müsste, um neues Momentum zu entwickeln. Das Kursziel der Deutschen Bank bei 400 Euro markiert dabei einen naheliegenden mittelfristigen Orientierungswert.

Mit einem Abstand von rund 16,5 % zum 52-Wochen-Hoch bei 460,12 Euro und gut 30 % über dem Jahrestief bei 295,10 Euro liegt die Aktie aktuell im mittleren Bereich ihrer Jahresspanne. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 68 % signalisiert, dass Bewegungen nach oben wie nach unten durchaus kräftiger ausfallen können.

Für die kommenden Wochen dürften vor allem drei Faktoren den Ton setzen: die Verarbeitung der neuen Analysteneinschätzungen, sektorweite Kapitalrotationen im Finanzbereich sowie die Wechselwirkungen aus Zinsentscheidungen und Dividendenankündigungen internationaler Wettbewerber. Entscheidend wird sein, ob die Allianz ihre angehobene operative Prognose im nächsten Zahlenwerk untermauern und damit die Bewertungsbasis im Bereich um das aktuelle Kursziel festigen kann.

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