Almonty Aktie: 1,2 Milliarden Dollar Kriegskasse
Almonty Industries meldet 1,2 Mrd. CAD an Barmitteln nach erfolgreicher Wandelanleihe. Die Expansion umfasst Projekte in Montana, Portugal und Südkorea.

Kurz zusammengefasst
- Liquiditätssprung auf 1,2 Mrd. CAD
- Wandelanleihe über 800 Mio. USD platziert
- Sangdong-Phase-II-Kapazität verdoppelt geplant
- Aufnahme in Russell-Indizes erreicht
Fast fünf Mal mehr Bargeld in nur sechs Monaten. Almonty Industries hat seine Bilanz radikal umgebaut und sitzt nun auf einer Kriegskasse von 1,2 Milliarden kanadischen Dollar. Der Wolfram-Produzent nutzt das frische Kapital für eine globale Expansion – und positioniert sich dabei gezielt als US-nahes Unternehmen.
Kapitalpolster aus Wandelanleihe und Cashflow
Zum 30. Juni 2026 verfügte Almonty über 1,2 Milliarden kanadische Dollar an liquiden Mitteln. Ende 2025 waren es noch 268,4 Millionen. Der Sprung kommt vor allem von einer überzeichneten Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar, die im Juni erfolgreich platziert wurde. Zusätzlich brachte der operative Geschäftsbetrieb im ersten Halbjahr 31,6 Millionen kanadische Dollar an Cashflow ein.
Almonty legt noch einmal nach. Das Unternehmen hat Schelfregistrierungen für Stammaktien im Wert von rund 246,8 Millionen US-Dollar eingereicht. Das Geld soll in mehrere Projekte gleichzeitig fließen: das Gentung-Wolframprojekt in Montana und die Erweiterung der Mine Panasqueira in Portugal.
Sangdong läuft an, Phase II wartet schon
Die Schlüsselmine Sangdong in Südkorea befindet sich weiter in der Inbetriebnahme. Ziel der ersten Phase ist ein jährlicher Erzdurchsatz von 640.000 Tonnen. Das Management denkt bereits einen Schritt weiter: Eine vollständig genehmigte Phase II soll die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppeln.
Die Produktionspläne stehen auf solidem Fundament. Almonty hat seinen langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders (GTP), einem Mitglied der österreichischen Plansee Group, überarbeitet. Die Laufzeit verlängert sich um sechs Jahre, die vereinbarten Liefermengen steigen um 40 Prozent. Zusätzlich verbessert sich der Preis für alle Vertragsmengen um rund 6,3 Prozent – ein deutliches Plus an Planungssicherheit für künftige Umsätze.
Umzug nach Montana, Aufnahme in US-Indizes
Almonty treibt seinen Wandel zu einem US-zentrierten Unternehmen mit mehreren Schritten voran. Im April verlegte der Konzern seinen Firmensitz von Toronto nach Dillon, Montana. Am 1. Juni übernahm Jorge Beristain den Posten des Finanzvorstands und soll die nächste Wachstumsphase mit spezifischer Expertise begleiten.
Ende Juni folgte die Aufnahme in die Aktienindizes Russell 1000 und Russell 3000. Zusammen mit der Nasdaq-Notierung erhöht das die Sichtbarkeit der Aktie am US-Kapitalmarkt deutlich. Almonty verfolgt damit ein klares Ziel: sich als verlässlicher Wolfram-Lieferant für die US-Verteidigungs- und Technologiebranche zu etablieren.
Operatives Geschäft dreht ins Positive
Für das zweite Quartal 2026 meldet Almonty einen Nettogewinn von 181,8 Millionen US-Dollar. Ein Großteil davon, 173,1 Millionen US-Dollar, stammt allerdings aus nicht zahlungswirksamen Bewertungsgewinnen bei derivativen Finanzinstrumenten. Aussagekräftiger ist das operative Bild: Das bereinigte EBITDA kletterte auf 17,6 Millionen US-Dollar, nach einem Verlust von 4,8 Millionen im Vorjahresquartal.
Rückenwind kam auch vom Wolfram-Preis. Der europäische APT-Durchschnitt erreichte im Berichtszeitraum 3.075 US-Dollar je MTU. An der australischen Börse ASX notierten die Chess Depository Interests des Unternehmens zuletzt bei 19,59 australischen Dollar.
Mit dem massiven Kapitalpolster im Rücken hat Almonty nun die Mittel, um Sangdong Phase II, Gentung und die Erweiterung in Panasqueira parallel voranzutreiben. Ob sich die frische Liquidität in konkrete Produktionsfortschritte übersetzt, zeigt sich in den kommenden Quartalsberichten zur Inbetriebnahme in Südkorea.
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