Almonty Aktie: 13,6 Prozent nach Sangdong-Start
Almonty verzeichnet 13,6% Kursplus nach Produktionsstart in Südkorea. Analysten erwarten 300% Gewinnwachstum und sehen Kurspotenzial bis 23,71 US-Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von 13,6 Prozent
- Sangdong-Mine startet Erzverarbeitung
- Analysten erwarten 300% Gewinnsprung
- Kursziele bis 23,71 US-Dollar
Almonty Industries hat diese Woche einen kräftigen Kurssprung hingelegt. Die Aktie des Wolfram-Produzenten legte binnen kurzer Zeit um 13,6 Prozent zu. Auslöser war der Start der Erzverarbeitung in der Sangdong-Mine in Südkorea.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Sangdong soll Almonty vom Bauprojekt zum profitablen Minenbetrieb machen. Genau diese Wende preisen Analysten jetzt in ihre Modelle ein.
Analysten erwarten drastischen Gewinnsprung
Die aktuellen Schätzungen sind ambitioniert. Analysten rechnen mit einem Gewinnwachstum je Aktie von 300 Prozent im Jahresvergleich, begleitet von deutlichem Umsatzwachstum. Parallel dazu plant das Unternehmen ein Delisting von der australischen Börse ASX – ein Schritt, der laut Marktkommentaren mit der starken Kursentwicklung begründet wird.
Für das nächste Quartalsergebnis am 17. August 2026 liegt die Konsensschätzung bei 0,12 US-Dollar Gewinn je Aktie. Beim Umsatz erwarten Analysten rund 78,53 Millionen US-Dollar. Insgesamt beobachten elf Analysten den Titel, 84 Prozent von ihnen empfehlen den Kauf.
Auch die Kursziele sind zuletzt gestiegen. Ein Datenanbieter nennt ein durchschnittliches Kursziel von 16,29 US-Dollar – das entspräche einem Aufwärtspotenzial von 22,68 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Eine andere Quelle beziffert das Kursziel auf 21,88 US-Dollar. Noch optimistischer sind neun Analysten in einer separaten Erhebung: Sie vergeben im Schnitt die Bewertung „Strong Buy“ und ein Zwölf-Monats-Kursziel von 23,71 US-Dollar.
Sangdong treibt die Wachstumsstory
Der Optimismus der Analysten hängt direkt an den operativen Fortschritten der Mine. Almonty hat den Start des Durchsatzbetriebs in der Verarbeitungsanlage in der südkoreanischen Provinz Gangwon bestätigt. Die Investmentbank Oppenheimer verfolgt den Ausbau eng und erwartete für Juni erste Testdaten, gefolgt vom Hochlauf auf die Phase-1-Kapazität im Juli. Phase 2 soll bald folgen und den Durchsatz nahezu verdoppeln.
Auch die Rohstoffpreise stützen die positive Einschätzung. Nach Angaben des Managements blieben die Preise für Wolfram-Rohmaterial und nachgelagerte Produkte in den vergangenen Wochen stabil. Ammoniumparawolframat (APT) wird derzeit mit rund 3.000 bis 3.200 US-Dollar pro Metrischer Toneinheit WO₃, geliefert nach Rotterdam und Baltimore, bewertet.
Das Management verweist zudem auf ein strukturelles Argument: China ändert seine Doppelverwendungspolitik für Wolfram voraussichtlich nicht. Der Rohstoffmangel im Westen dürfte deshalb anhalten – und die Preise mittel- bis langfristig stützen.
Bilanzzahlen zeigen die Dimension vor dem Quartalsbericht
Vor dem Zahlentermin am 17. August lohnt ein Blick auf die aktuelle Unternehmensgröße. Almonty kommt auf eine Marktkapitalisierung von 4,40 Milliarden US-Dollar bei einem Kassenbestand von 259,85 Millionen US-Dollar. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate liegt bei 50,01 Millionen US-Dollar. Morningstar beziffert die Marktkapitalisierung leicht abweichend auf 3,70 Milliarden US-Dollar, bei 283,74 Millionen ausstehenden Aktien.
Die Profitabilität spiegelt dagegen noch die Phase vor dem vollen Produktionshochlauf wider. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 12,75 Prozent auf 32,51 Millionen US-Dollar, verglichen mit 28,84 Millionen im Vorjahr. Der Verlust wuchs jedoch auf 161,91 Millionen US-Dollar – ein Anstieg von 893,5 Prozent gegenüber 2024.
Diese Kombination ist bemerkenswert: wachsende Verluste im laufenden Geschäft, gepaart mit einer aggressiven Gewinnprognose für die Zukunft. Genau das dürfte den Blick der Anleger auf den Quartalsbericht schärfen.
Mit dem Start der Erzverarbeitung in Sangdong und den laufenden Plänen für Phase 2 wird der 17. August zum ersten echten Prüfstein. Dann zeigt sich, ob die von Analysten erwartete Gewinnwende tatsächlich im Zeitplan liegt.
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