Almonty Aktie: 20-Prozent-Crash nach 700-Millionen-Anleihe
Almonty Industries verliert nach Ankündigung einer 700-Millionen-Wandelanleihe fast 20 Prozent. Die Indexaufnahme Ende Juni bleibt ein wichtiger Kurstreiber.

Kurz zusammengefasst
- Kurs bricht um fast 20 Prozent ein
- Wandelanleihe über 700 Millionen USD
- Aufnahme in Russell-Indizes Ende Juni
- Wolframpreise steigen massiv an
Knapp 700 Millionen US-Dollar frisches Kapital — und der Kurs bricht um fast 20 Prozent ein. Almonty Industries erlebt am Freitag einen klassischen Verwässerungsschock: Die Ankündigung einer milliardenschweren Wandelanleihe trifft auf nervöse Märkte und reißt die Aktie auf 23,02 CAD.
Wandelanleihe drückt auf den Kurs
Am 4. Juni 2026 preiste Almonty eine überzeichnete Privatplatzierung von 700 Millionen US-Dollar in 2,25-prozentigen Wandelanleihen mit Fälligkeit 2031. Die Abrechnung ist für den 9. Juni geplant, mit einer Option für Erstkäufer, weitere 100 Millionen US-Dollar abzurufen.
Der Wandlungspreis liegt bei rund 27,40 US-Dollar je Aktie — ein Aufschlag von 32,5 Prozent auf den zuletzt gemeldeten Kurs von 20,68 US-Dollar. Für bestehende Aktionäre bedeutet das: Verwässerung, falls die Anleihen konvertiert werden.
Nach Abzug von Kosten und Rabatten erwartet Almonty einen Nettoerlös von rund 675,9 Millionen US-Dollar. Davon fließen etwa 83 Millionen in sogenannte Capped-Call-Transaktionen, die den Verwässerungseffekt begrenzen sollen. Weitere 50 Millionen dienen der Schuldenrefinanzierung, der Großteil — rund 543 Millionen — geht in Betriebskapital und allgemeine Unternehmenszwecke, einschließlich möglicher Akquisitionen.
Strukturkatalysator wartet im Hintergrund
Trotz des heutigen Einbruchs bleibt ein bedeutender Kurstreiber in der Pipeline. Ab dem 29. Juni 2026 soll Almonty in den Russell 1000 und den Russell 3000 aufgenommen werden. Gegen diese Benchmarks sind rund 12,2 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten indexiert. Schätzungen zufolge könnte die Neugewichtung allein eine Nettokaufnachfrage von rund 13 Millionen Aktien erzeugen — das Dreifache des durchschnittlichen Tageshandelsvolumens.
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Das makroökonomische Umfeld spielt Almonty ebenfalls in die Karten. Seit Peking ab Februar 2025 Exportlizenzen für strategische Mineralien verlangt und diese Liste Anfang 2026 ausgeweitet hat, sind Wolframpreise um mehr als 500 Prozent gestiegen. Das Flaggschiff-Projekt Sangdong in Südkorea soll nach Erreichen der Vollkapazität über 80 Prozent der weltweiten Wolfram-Produktion außerhalb Chinas liefern.
Extreme Volatilität prägt das Bild
Die Kursbewegungen der vergangenen zwölf Monate verdeutlichen, wie unruhig der Handel in dieser Aktie ist. Vom 52-Wochen-Tief bei 4,67 CAD kletterte der Kurs bis auf 33,35 CAD im April 2026 — ein Anstieg von fast 400 Prozent in weniger als einem Jahr. Seither hat die Aktie rund 31 Prozent vom Hoch verloren, liegt aber auf Jahressicht noch immer gut 91 Prozent im Plus. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 99 Prozent unterstreicht: Almonty ist kein ruhiges Investment.
Die Index-Aufnahme Ende Juni wird zeigen, ob der institutionelle Kaufdruck die Verwässerungssorgen überwiegt — oder ob der Markt weiter auf Abstand bleibt.
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