Almonty Aktie: 21 Jahre Liefervertrag mit GTP

Almonty verzeichnet hohen Quartalsgewinn, der jedoch überwiegend aus Bewertungseffekten stammt. Operativ überzeugen starke Cashflows und ein erweiterter Liefervertrag.

Redaktion Stock-World ·
Moderne industrielle Bergbauanlage bei Sonnenaufgang mit Fokus auf Rohstoffverarbeitung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzplus von 498 Prozent
  • Operativer Cashflow dreht positiv
  • Liefervertrag bis in die 2040er verlängert
  • Börsennotierung wird vereinfacht

Fast 182 Millionen Dollar Nettogewinn in einem Quartal — für Almonty Industries klingt das nach einer Sensation. Ein genauer Blick zeigt: Der Großteil davon ist Buchhaltung, kein operatives Geschäft. Das eigentliche Signal steckt woanders, nämlich in stark steigenden Cashflows und einem ausgebauten Liefervertrag.

Gewinn vor allem durch Bewertungseffekte

Im Quartal bis zum 30. Juni 2026 meldet der kanadische Wolfram-Produzent einen Umsatz von 43,0 Millionen Dollar. Das ist ein Plus von 498 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 69 Prozent mehr als im Vorquartal. Treiber waren steigende Wolframpreise und erste Beiträge aus der Sangdong-Mine in Südkorea.

Das operative Ergebnis aus dem Bergbaugeschäft lag bei 26,1 Millionen Dollar, nach einem Verlust im Vorjahresquartal. Die Bruttomarge erreichte 60,7 Prozent.

Der Nettogewinn von 181,8 Millionen Dollar sieht auf den ersten Blick beeindruckend aus. Allerdings stecken darin 173,1 Millionen Dollar aus der Neubewertung von Derivaten und Warrants, die an Wandelanleihen und Capped Calls gekoppelt sind. Das sind reine Buchgewinne, kein Cash.

Rechnet man diesen Effekt heraus, bleibt ein deutlich kleineres, aber echtes operatives Plus. Das bereinigte EBITDA lag bei 17,6 Millionen Dollar, nach minus 4,8 Millionen Dollar im Vorjahr — eine Verbesserung von mehr als 22 Millionen Dollar.

Cashflow zeigt echte Wende

Während die GAAP-Gewinnzahl von Bewertungseffekten aufgebläht wird, liefert der Cashflow ein klareres Bild. Im ersten Halbjahr erzielte Almonty einen operativen Cashflow von 31,6 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 14,9 Millionen Dollar verbraucht.

Konzernchef Lewis Black bezeichnete das Quartal als Meilenstein. Er sprach von einem ersten Vorgeschmack auf die Ertragskraft, die Almonty seit über einem Jahrzehnt aufbaue.

Neuer Vertrag sichert Lieferungen bis in die 2040er

Almonty hat außerdem seine Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders erweitert, einem Unternehmen der österreichischen Plansee Group. Der Vertrag betrifft Wolframkonzentrat aus Phase I der Sangdong-Mine.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Die Laufzeit steigt von 15 auf 21 Jahre ab der ersten Lieferung.
  • Das kontrahierte Volumen wächst um 40 Prozent.
  • Die Preise verbessern sich um rund 6,3 Prozent.
  • Lieferungen laufen künftig bis in die späten 2040er-Jahre.

Der Vertrag deckt ausschließlich Phase I ab. Die geplante Phase II, die die Verarbeitungskapazität der Mine annähernd verdoppeln soll, ist nicht enthalten. Auch andere Almonty-Standorte bleiben außen vor.

Listing-Struktur wird einfacher

Parallel zur operativen Entwicklung räumt Almonty bei seinen Börsennotierungen auf. Die Aktie wurde zum 31. Juli 2026 von der Toronto Stock Exchange genommen. Der Rückzug von der australischen Börse ASX ist genehmigt und soll zum 1. September 2026 wirksam werden.

Nach dem ASX-Ausstieg bleibt die Aktie an zwei Handelsplätzen notiert: an der Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ und an der Frankfurter Börse unter „ALI1“.

Für die kommenden Quartale dürfte weniger die GAAP-Gewinnzeile im Zentrum stehen als die Frage, ob sich bereinigtes EBITDA und operativer Cashflow mit dem Hochlauf von Sangdong Phase I weiter verbessern. Die Bewertungseffekte aus Wandelanleihen und Warrants werden das Nettoergebnis wahrscheinlich auch künftig verzerren — unabhängig vom operativen Fortschritt der Mine.

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