Almonty Aktie: 221 Prozent Umsatzplus im Q1

Almonty Industries verzeichnet Umsatzsprung um 221 Prozent, während der Aktienkurs fällt. Die Sangdong-Mine treibt das Wachstum an.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung des Bergbausektors mit unterirdischen Gesteinsformationen und Mineraladern, die Wachstum und positive Marktstimmung symbolisieren. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzexplosion auf 25,4 Millionen Dollar
  • Sangdong-Mine startet kommerzielle Produktion
  • Wolframpreis steigt durch Exportkontrollen
  • Molybdän-Projekt in Südkorea geplant

Starke Zahlen, schwacher Kurs. Bei Almonty Industries klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Die Aktie verlor vergangene Woche fast 14 Prozent und rutschte auf 23,00 Kanadische Dollar ab. Dennoch steht auf Jahressicht ein Plus von 91 Prozent.

Im ersten Quartal 2026 übertraf das Unternehmen eine wichtige Schwelle. Der Umsatz sprang um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar.

Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 6,1 Millionen US-Dollar. Der verbuchte Nettoverlust geht fast vollständig auf unbare Bewertungskosten zurück. Diese entstanden durch den stark gestiegenen Aktienkurs.

Treiber dieses Wachstums ist die Sangdong-Mine in Südkorea. Seit März läuft dort die kommerzielle Produktion. Die Anlage verarbeitet jährlich rund 640.000 Tonnen Erz. Das Ziel sind 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat pro Jahr.

Bei voller Kapazität verdoppelt sich dieser Wert. Damit könnte Almonty etwa 40 Prozent der nicht-chinesischen Wolframnachfrage decken.

Geopolitik treibt die Preise

Der Rohstoffmarkt liefert massiven Rückenwind. In Nordamerika kletterte der Wolframpreis im ersten Quartal auf 34,17 US-Dollar pro Kilogramm. Das entspricht einem Plus von fast 77 Prozent zum Vorjahr.

Chinesische Exportkontrollen verknappen das weltweite Angebot drastisch. Die globalen Preise schossen dadurch um mehr als 550 Prozent in die Höhe. Die Lieferungen aus der Volksrepublik brachen zuletzt massiv ein.

Ab Januar 2027 greift eine harte Frist aus Washington. Das US-Verteidigungsministerium darf dann kein Wolfram mehr aus China oder Russland beziehen. China kontrolliert aktuell 88 Prozent der globalen Produktion.

Zweites Standbein in Südkorea

Parallel dazu treibt Almonty ein zweites Projekt am selben Standort voran. Das Unternehmen bohrt derzeit nach Molybdän. Etwa 37 Prozent der geplanten 26 Bohrlöcher sind bereits fertiggestellt. Insgesamt umfasst das Programm rund 12.000 Bohrmeter.

Die bisherigen Ergebnisse bestätigen historische Daten. Südkorea leidet aktuell unter einem akuten Molybdän-Mangel. Die Regierung drängt private Firmen zur Sicherung der Bestände.

Almonty besitzt bereits alle nötigen Genehmigungen. Ende 2026 soll die erste Produktion starten. Die geplante Lebensdauer der Mine liegt bei 60 Jahren. Die jährliche Kapazität soll rund 5.600 Tonnen betragen.

Der Absatz ist bereits gesichert. SeAH M&S nimmt die gesamte Produktion über die volle Laufzeit ab. Der Vertrag garantiert einen Mindestpreis von 19,00 US-Dollar pro Pfund.

Volle Kassen, hohes Risiko

Finanziell ist der Konzern gut gerüstet. Ende März lagen knapp 260 Millionen US-Dollar in der Kasse. Im Juni schloss Almonty eine überzeichnete Wandelanleihe über 700 Millionen US-Dollar ab.

Das frische Kapital fließt in die Refinanzierung bestehender Schulden in Höhe von 50 Millionen US-Dollar. Auch mögliche Übernahmen stehen auf der Agenda. Spezielle Finanzinstrumente sollen dabei eine Verwässerung der Aktien verhindern.

Trotz der vollen Kassen bleibt die Umsetzung das zentrale Thema. Der Markt preist offenbar Risiken beim Bau der geplanten Wolframoxid-Anlage ein. Die Aktie notiert zwar unter ihrer 50-Tage-Linie, hält sich aber über dem 200-Tage-Durchschnitt von 18,04 Kanadischen Dollar. Als nächster klarer Impulsgeber gilt der anstehende Bohrbericht aus Sangdong.

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