Almonty Aktie: 25% Wolframkapazität fällt zum 1. Juli weg
Japanische Produzenten stoppen Wolframgas-Herstellung. Almonty Industries als einzige Nicht-China-Quelle rückt in den Fokus der Chipindustrie.

Kurz zusammengefasst
- Versorgungsstopp bei japanischen Chemiekonzernen
- Almonty als Wolfram-Alternative außerhalb Chinas
- Umsatzverdreifachung und positiver Cashflow
- US-Verbot für chinesisches Wolfram ab 2027
Zum 1. Juli stellen zwei der größten japanischen Chemieproduzenten die Herstellung von Wolframhexafluorid dauerhaft ein. Das ist kein Routineereignis. Es ist eine Versorgungskrise für die globale Halbleiterindustrie — und Almonty Industries steht plötzlich im Zentrum.
Kanto Denka und Central Glass haben Samsung, SK Hynix und TSMC bereits informiert: Die Lagerbestände reichen nur noch bis Ende Juni. Gemeinsam decken die beiden Unternehmen rund 25 Prozent der weltweiten Kapazität für dieses Gas. Wolframhexafluorid ist unverzichtbar für Chips unter sieben Nanometern, für 3D-NAND-Speicher mit mehr als 200 Schichten und für Hochbandbreitenspeicher. Ein reifer Ersatzstoff existiert nicht.
Peking hat den Hahn zugedreht
Die Ursache liegt in China. Peking drosselte die Wolframexporte Ende 2025 als Reaktion auf US-Zölle. Ab Januar 2026 durften nur noch 15 autorisierte Unternehmen Wolfram ins Ausland liefern — Menge, Zeitpunkt und Empfänger bestimmt seitdem der Staat. Japan produziert zwar ein Viertel des weltweiten Wolframhexafluorids, ist aber für die Rohstoffe vollständig auf chinesische Lieferungen angewiesen. Diese bleiben nun aus.
Der übliche Qualifizierungsprozess für neue Materialien dauert 18 Monate. Angesichts der Lage verkürzen Chiphersteller diesen Prozess drastisch.
Sangdong als einzige Alternative außerhalb Chinas
Almontys Sangdong-Mine in Südkorea ist derzeit die einzige nennenswerte operative Wolframquelle außerhalb Chinas. Das Unternehmen treibt dort parallel ein Molybdän-Projekt voran. Die Bohrungen sind zu 37 Prozent abgeschlossen. Die bisherigen Gehalte bestätigen historische Werte — der Lagerstättengehalt liegt bei 0,26 Prozent MoS₂. Almonty hat bereits einen Abnahmevertrag mit SeAH geschlossen, einem der größten südkoreanischen Industriekonzerne. Ein Käufer steht also bereit.
Für die Woche ab dem 22. Juni plant das Unternehmen ein Produktions-Update. Die Ergebnisse könnten den nächsten Kursimpuls liefern.
Finanzen und zweite Frist aus Washington
Die Finanzzahlen haben sich zuletzt deutlich verbessert. Der Umsatz verdreifachte sich in Q1 2026 auf 25,4 Millionen kanadische Dollar. Der operative Cashflow drehte von minus 4,4 Millionen auf plus 9,7 Millionen. Die Barmittel beliefen sich Ende März auf 259,9 Millionen kanadische Dollar. Anfang Juni platzierte Almonty Wandelanleihen im Volumen von 800 Millionen US-Dollar — Kupon 2,25 Prozent, Laufzeit bis 2031 — und erzielte nach Kosten einen Nettoerlös von rund 772,7 Millionen US-Dollar.
Hinzu kommt ein zweiter Termin: Ab Januar 2027 darf das Pentagon keinen chinesischen Wolfram mehr kaufen. Die USA haben das Metall seit 2015 nicht mehr kommerziell abgebaut. In Montana besitzt Almonty das Gentung-Projekt, das noch im zweiten Halbjahr 2026 die Produktion aufnehmen könnte.
Die Aktie schloss zuletzt bei 26,54 kanadischen Dollar — ein Plus von mehr als 120 Prozent seit Jahresbeginn und rund 458 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vom Allzeithoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht Mitte April, trennen den Kurs noch etwa 20 Prozent.
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