Almonty Aktie: 28-Prozent-Sprung binnen einer Woche
Almonty-Aktie steigt nach Produktionsstart in Südkorea und Delisting-Ankündigung. Analysten erwarten starke Quartalszahlen.

Kurz zusammengefasst
- Kurs legt binnen Woche stark zu
- Sangdong-Mine startet Produktion
- Delisting von ASX Ende August
- Quartalsbericht mit hohen Erwartungen
Zwei Tage in Folge im Plus, dazu ein Kurssprung von fast 28 Prozent binnen einer Woche. Bei Almonty Industries kommt derzeit einiges zusammen: knappes Angebot, eine anlaufende Mine in Südkorea und ein Delisting-Fahrplan, der die Handelsstruktur der Aktie neu ordnet.
Zwei starke Handelstage
Die in Frankfurt gelistete Aktie des Wolframproduzenten legte am Vortag um 5,14 Prozent zu. Am Dienstag folgte ein weiterer Sprung um 3,83 Prozent auf 12,74 Euro.
Der mittelfristige Blick zeigt trotzdem ein gemischtes Bild. Über die vergangenen drei Monate verlor die Aktie noch 25,92 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dagegen ein Plus von 58,21 Prozent.
An der Nasdaq bewegte sich der Titel am 10. August zwischen 13,66 und 14,75 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag bei 6,05 Millionen Aktien, unter dem Durchschnitt von 8,05 Millionen.
Was den Kurs treibt
Am Markt kursieren derzeit zwei gegensätzliche Erklärungsansätze. Ein Teil der Anleger spekuliert auf neue Kurshochs, ein anderer Teil fürchtet neue Verkaufswellen im Zuge der Delistings von TSX und ASX. Fundamental sprechen vor allem die anhaltende Wolfram-Knappheit, steigende Preise und starke Nachfrage aus Verteidigung und Industrie für das Unternehmen.
Almonty ist bereits von der Toronto Stock Exchange verschwunden. Der Handel der CDI-Anteile an der Australian Securities Exchange endet am 28. August 2026, das Delisting greift zum 1. September. Das Unternehmen konzentriert seinen Handel künftig auf Nasdaq und Frankfurt.
Quartalszahlen mit Signalwirkung
Der Blick der Anleger richtet sich zudem auf den kommenden Quartalsbericht. Analysten erwarten einen Gewinn von 0,10 US-Dollar pro Aktie – ein Plus von 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Umsatz rechnet der Markt mit 52,66 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 912,6 Prozent.
Hinter diesem Sprung steckt der Produktionsstart der Sangdong-Mine in Südkorea. Im Juli begann Almonty dort mit der Verarbeitung – der Übergang von der Minenentwicklung zur tatsächlichen Produktion von verkaufsfähigem Wolframkonzentrat.
Das Unternehmen hatte sich für diesen Schritt einen ordentlichen Erzvorrat aufgebaut. Ende des ersten Quartals 2026 lagerten rund 120.000 Tonnen Erz mit einem Wolframtrioxid-Gehalt von 0,24 Prozent. Im zweiten Quartal kamen weitere 19.700 Tonnen mit einem Gehalt von 0,35 Prozent hinzu. Der Gesamtbestand liegt nun bei etwa 139.700 Tonnen.
Die Zahlen aus dem ersten Quartal zeigten bereits eine deutliche Verbesserung. Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar, getrieben von Rekordpreisen für Wolfram. Der operative Cashflow drehte auf plus 9,7 Millionen US-Dollar – im Vorjahresquartal hatte Almonty noch 4,4 Millionen US-Dollar operativ verbrannt.
Angebotsseite bleibt knapp
Die Marktlage bei Wolfram spricht weiter für Produzenten außerhalb Chinas. Branchenbeobachter erwarten keine Änderung der chinesischen Dual-Use-Politik. Der Rohstoffmangel im Westen dürfte deshalb mittel- bis langfristig anhalten und die Preise stützen.
Hinzu kommen neue Sicherheits- und Umweltinspektionen in mehreren chinesischen Förderprovinzen. Solche Kontrollen haben in der Vergangenheit stets zu geringerer Bergbau-Produktion geführt.
Der Produktionsstart bei Sangdong trifft damit auf ein Angebot, das ohnehin knapp bleibt. Die nächsten Wochen dürften vor allem von zwei Terminen geprägt sein: dem Quartalsbericht und dem Abschluss des Delistings von der ASX am 1. September.
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