Almonty Aktie: 340 Prozent in zwölf Monaten, Delisting folgt
Almonty bündelt Handel an Nasdaq und Frankfurt, meldet starkes Wachstum und sichert langfristige Abnahmeverträge für Tungsten.

Kurz zusammengefasst
- Delisting von TSX und ASX
- Umsatzplus von 498 Prozent
- Wandelanleihe bringt 800 Millionen
- Abnahmevertrag deutlich ausgeweitet
Almonty Industries zieht sich von gleich mehreren Börsenplätzen zurück – ein Schritt, der auf den ersten Blick nach Rückzug aussieht, tatsächlich aber die Handelsstruktur des Tungsten-Förderers bündelt. Die Aktie schloss am Dienstag bei 16,18 Euro, ein Plus von 3,8 Prozent zum Vortag.
Rückzug von TSX und ASX
Ende Juli verließ Almonty die Toronto Stock Exchange freiwillig – das Delisting wurde zum Handelsschluss am 31. Juli wirksam. Wenige Tage zuvor hatte die australische Börse ASX dem Rückzug zugestimmt: Die dort gehandelten CHESS Depositary Interests, die rund 0,80 Prozent der ausgegebenen Aktien repräsentierten, sollen zum Handelsschluss am 28. August ihren Handel einstellen, das formale Delisting wird für den 1. September erwartet.
Übrig bleiben zwei Handelsplätze: die Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ und die Frankfurter Börse unter „ALI1″. Für ein Unternehmen, das binnen zwölf Monats-Betrachtung um 340 Prozent zugelegt hat und seit Jahresbeginn eine Verdopplung des Kurses verzeichnet, wirkt die Konzentration auf zwei liquide Kernmärkte wie eine logische Konsequenz aus dem gestiegenen institutionellen Interesse – Almonty wurde Ende Juni in den Russell 1000 und den Russell 3000 aufgenommen.
Zahlen und Verträge liefern das Fundament
Die Bereinigung der Notierungsstruktur fällt in eine Phase, in der die operativen Kennzahlen kräftig zulegen. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadische Dollar nach einem Verlust von 58,2 Millionen im Vorjahresquartal.
Der operative Cashflow drehte im ersten Halbjahr auf einen Zufluss von 31,6 Millionen kanadische Dollar, nach einem Abfluss von 14,9 Millionen ein Jahr zuvor. Nach der im Juni abgeschlossenen Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar verfügt das Unternehmen über eine Kassenposition von 1,23 Milliarden kanadische Dollar.
Noch entscheidender für die langfristige Bewertung dürfte die im Juli vereinbarte Ausweitung des Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders sein: Die Laufzeit wurde um sechs Jahre verlängert, die kontrahierten Mengen um 40 Prozent erhöht und die Preise um rund 6,3 Prozent verbessert. Nach Unternehmensangaben erhöht die Vereinbarung die jährliche Umsatzsichtbarkeit auf etwa 490 Millionen US-Dollar.
Der Vertrag gewinnt zusätzliche Relevanz vor dem Hintergrund der Marktentwicklung: Der Tungsten-Preis stieg zwischen Januar 2025 und April 2026 um 622 Prozent, mehr als das Dreifache der Zunahme des nächstplatzierten Rohstoffs unter 27 beobachteten Mineralien – getrieben von starker Nachfrage und chinesischen Exportbeschränkungen.
Sangdong bleibt der operative Schlüssel
Die Umsatzbasis stützt sich im zweiten Quartal noch überwiegend auf die Mine Panasqueira in Portugal, während sich die Sangdong-Mine in Südkorea weiterhin in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase befand. Die Verarbeitungsanlage nahm im Juni den Durchsatzbetrieb mit gelagertem Erz auf, die angepeilte Kapazität der ersten Phase liegt bei rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr.
Der Kurs notiert derzeit rund 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das im April markiert wurde – ein Abstand, der angesichts der bevorstehenden Produktionsausweitung in Sangdong als Bewertungsspielraum gelesen werden kann, sollte der Hochlauf wie geplant voranschreiten.
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