Almonty Aktie: 490 Millionen Dollar Jahreserlöse
Almonty-Aktie fällt nach TSX-Delisting, da Indexfonds verkaufen. Operativ läuft die Sangdong-Mine an, der Handel konzentriert sich auf Nasdaq und Frankfurt.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust nach TSX-Ausstieg
- Indexfonds erzwangen Verkäufe
- Sangdong-Mine startet Produktion
- ASX-Rückzug im September
Almonty Industries zieht sich von der Toronto Stock Exchange zurück. Der freiwillige Rückzug war am Freitag vollzogen. Die Aktie büßte an ihrem letzten Handelstag in Toronto fast fünf Prozent ein und schloss bei 15,51 kanadischen Dollar.
Der Wolfram-Produzent bündelt seinen Handel künftig auf Nasdaq und Frankfurter Börse. Was strategisch klingt, sorgt kurzfristig für Turbulenzen. Über sieben Tage verlor die Aktie 17,54 Prozent, über 30 Tage sogar 30,29 Prozent.
Indexfonds verkaufen, nicht das Geschäft
Der Kursrutsch hat einen technischen Grund. Mit dem Rückzug von der TSX flog Almonty automatisch aus dem FTSE Global Small Cap Index. Passive Fonds und ETFs, die nur TSX-notierte Werte halten dürfen, mussten ihre Positionen bis zum letzten Handelstag auflösen.
Analysten sehen darin vor allem technischen Druck, keine operativen Probleme. Die Zwangsverkäufe treffen einen Wert, der fundamental gerade an Fahrt aufnimmt.
Australien folgt im September
Der Rückzug aus Kanada ist nur der erste Schritt. Almonty hat auch die Genehmigung erhalten, seine CHESS Depositary Interests von der australischen Börse ASX zu nehmen. Letzter Handelstag dort ist der 28. August 2026, die offizielle Entfernung folgt zum 1. September.
Australische Aktionäre können ihre Anteile im Verhältnis 1:1 in Nasdaq-Aktien umwandeln. Wer bis zur Frist weder verkauft noch konvertiert, kann eine freiwillige Verkaufsstelle nutzen. Diese läuft von Anfang September bis November 2026.
Sangdong liefert erste Erlöse
Während die Kapitalmärkte nervös reagieren, laufen die operativen Fortschritte in eine andere Richtung. Seit dem 1. Juli 2026 ist Almonty offiziell ein umsatzgenerierender Produzent. Die Sangdong-Mine in Südkorea verarbeitet aktuell einen Anfangsbestand von rund 139.700 Tonnen Rohgestein zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat.
Rückenwind kommt von einem deutlich erweiterten Abnahmevertrag. Mitte Juli verlängerte Almonty die Vereinbarung mit Global Tungsten & Powders um sechs Jahre und erhöhte das Volumen um 40 Prozent. Zu aktuellen Marktpreisen soll der Vertrag künftig jährliche Erlöse von rund 490 Millionen US-Dollar bringen.
Russell-Indizes als Gegengewicht
Der Kurs notiert derzeit klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 19,28 kanadischen Dollar. Das zeigt, wie stark die indexbedingten Verkäufe durchgeschlagen haben. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar aus dem April bleibt die Aktie weit entfernt.
Trotzdem steht seit Jahresbeginn ein Plus von 28,50 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Kursgewinn von 205,92 Prozent. Almonty ist Ende Juni in den Russell 1000 und den Russell 3000 aufgenommen worden. Das dürfte institutionelle Nachfrage über die Nasdaq-Notierung ankurbeln — und einen Teil der Liquidität ausgleichen, die durch die Schließung der Handelsplätze in Toronto und Sydney verloren geht.
Bis Ende November entscheidet sich, wie reibungslos auch der Übergang der australischen Anleger gelingt. Danach konzentriert sich der Handel vollständig auf Nasdaq und Frankfurt.
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