Almonty Aktie: 700 Millionen Dollar für Sangdong-Hochlauf
Almonty Industries profitiert von Chinas Wolfram-Exportbeschränkungen und westlichen Sicherheitsinteressen. Die Sangdong-Mine in Südkorea soll die globale Versorgung außerhalb Chinas sichern.

Kurz zusammengefasst
- China dominiert Wolframproduktion mit 80 Prozent
- Sangdong-Mine mit hohem Erzgehalt
- Wandelanleihe über 700 Millionen USD platziert
- Aufnahme in Russell 1000 Index
Wolfram war jahrzehntelang das Metall, das nur Werkzeugingenieure interessierte. Diese Zeit ist vorbei. China kontrolliert mehr als 80 Prozent der globalen Wolframproduktion — und hat im Februar 2025 Exportlizenzen eingeführt, die den Zugang zu diesem Material systematisch verknappen. Wer davon profitiert, steht fest: Almonty Industries.
Wenn Rohstoffpolitik zur Sicherheitsfrage wird
Die Halbleiterindustrie spürt den Engpass bereits. Wolfram steckt in Rüstungsgütern, Munition und Elektronikfertigung. Das ist keine Bergbaugeschichte mehr. Das ist eine Geschichte über nationale Sicherheit.
Washington hat die Konsequenz gezogen: Ab 2027 müssen verteidigungsrelevante Wolframkäufe aus nicht-chinesischen Quellen stammen. Diese Vorgabe ist nicht verhandelbar. Sie schafft eine strukturelle Nachfrage — und Almonty sitzt genau dort, wo diese Nachfrage landen muss.
Das Flaggschiff des Unternehmens ist die Sangdong-Wolframmine in Südkorea. Historisch eine der größten und erzreichsten Wolframlagerstätten der Welt. Der Erzgehalt liegt bei rund 0,51 Prozent Wolframtrioxid — etwa dreimal so hoch wie der globale Durchschnitt. Phase 1 verarbeitet rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr. Phase 2, geplant für 2027, soll die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen verdoppeln und die Konzentratproduktion auf etwa 4.600 Tonnen steigern. Bei voller Auslastung beider Phasen könnte Sangdong rund 40 Prozent der globalen Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken. Die Minenlebensdauer liegt voraussichtlich bei mehr als 45 Jahren.
Kein Wunder, dass Verteidigungsministerien von Washington bis Berlin an dieser Lieferkette interessiert sind.
Milliarden-Anleihe und ein zweites Metall
Die wichtigste Unternehmensmaßnahme der vergangenen Wochen war die Ausgabe von Wandelanleihen. Almonty schloss ein deutlich überzeichnetes Angebot über 700 Millionen US-Dollar ab — mit 2,25 Prozent Zinsen und Laufzeit bis 2031. Die Erstkäufer zogen ihre Option vollständig und kauften zusätzliche 100 Millionen US-Dollar. Das Kapital fließt in den Hochlauf der Produktion und in den Aufbau einer Wolframoxid-Anlage.
Parallel dazu rückt das benachbarte Molybdänvorkommen stärker in den Fokus. Almonty baut kein reines Wolframunternehmen. Das Muster ist erkennbar: ein integriertes Plattformmodell für kritische Metalle, jedes Asset verankert in einem Versorgungsengpass, den westliche Regierungen ohne dieses Unternehmen nicht lösen können.
Technisches Bild: Konsolidierung mit Rückenwind
Die Aktie schloss am Freitag bei 26,67 CAD — ein Plus von 7,76 Prozent in sieben Tagen und 121,70 Prozent seit Jahresbeginn. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD hat sie sich um rund 20 Prozent entfernt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 27,21 CAD, der aktuelle Kurs knapp darunter. Der RSI bei 53 signalisiert weder überkaufte noch erschöpfte Dynamik. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 99 Prozent macht deutlich: Das ist kein ruhiger Wert. Überzeugung wird belohnt — aber auch Geduld.
Neue Aktionäre, die nie bewusst gewählt haben
Ende Juni tritt Almonty in den Russell 1000 ein. Passivfonds, die diesen Index abbilden, müssen die Aktie dann halten — unabhängig davon, ob ihre Manager die Wolfram-These für überzeugend halten oder nicht. Das bringt eine neue Klasse von Aktionären, die nie aktiv auf dieses Unternehmen gewettet haben.
Wer Almonty heute kauft, wettet nicht auf den nächsten Quartalsbericht. Er wettet darauf, dass der Westen seine Wolframversorgung tatsächlich neu aufbauen muss — und dass Sangdong dabei die zentrale Rolle spielt. Der Kursanstieg von 460 Prozent in zwölf Monaten zeigt, dass der Markt diese These weitgehend für real hält.
Ob die operative Umsetzung — der Hochlauf von Sangdong, der Zeitplan für Phase 2, die Ressourcendefinition beim Molybdän — mit einer Bewertung Schritt halten kann, die bereits sehr weit vorausgelaufen ist: Das ist die ehrliche Frage, die in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Antwort braucht.
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