Almonty Aktie: DA Davidson erhöht Kursziel auf 33 US-Dollar
Trotz eines Kursrückgangs von über 40 Prozent seit April bleiben Analysten von DA Davidson optimistisch und sehen Potenzial im Sangdong-Projekt.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert 42 Prozent seit April-Hoch
- Analysten bestätigen Kaufempfehlung trotz Korrektur
- Umsatzwachstum von 54 Prozent in zwölf Monaten
- Sangdong-Projekt als zentraler Bewertungstreiber
Fast 28 Prozent Verlust binnen eines Monats – und trotzdem sind Analysten von DA Davidson optimistischer denn je. Bei Almonty Industries klaffen Kursverlauf und Analystenmeinung gerade weit auseinander. Der Wolfram-Produzent, dessen Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 200 Prozent gestiegen ist, steckt nun in einer scharfen Korrektur.
Der Rückzug von der Spitze
Am Freitag schloss die Aktie bei 19,25 CAD, ein Plus von 3,94 Prozent zum Vortag. Das ändert wenig am Gesamtbild: Seit dem 52-Wochen-Hoch von 33,35 CAD im April hat das Papier 42,28 Prozent verloren. Der Relative-Stärke-Index von 38,1 signalisiert eine überverkaufte Aktie.
Der längerfristige Trend bleibt trotzdem beeindruckend. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein Plus von 59,49 Prozent zu Buche. Die Korrektur relativiert einen der spektakulärsten Kursanstiege im Bereich kritischer Rohstoffe der vergangenen Jahre, ändert daran aber nichts Grundsätzliches.
Teure Bewertung trotz starker Geschäftszahlen
Eine aktuelle Bewertungsanalyse zeichnet ein zwiespältiges Bild. Über drei Jahre hat die Aktie rund 2.112 Prozent zugelegt – ein Wert, der die Aktie auf klassischen Marktkennzahlen inzwischen teuer erscheinen lässt. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei etwa 15,6, gegenüber einem Branchendurchschnitt von rund 2,5 in der Metall- und Bergbauindustrie.
Selbst verglichen mit direkten Wettbewerbern, die im Schnitt auf ein Verhältnis von 140,6 kommen, wirkt diese Kennzahl nicht ungewöhnlich hoch. Der Haken: Ein derart hoher Aufschlag lässt kaum Puffer für Rückschläge bei Produktion, Kosten oder Vertragserfüllung. In der Gesamtschau erreicht Almonty nur drei von sechs möglichen Punkten bei breiteren Bewertungschecks – weder klares Schnäppchen noch eindeutig überteuert.
Operativ läuft es dagegen rund. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate stieg um etwa 54 Prozent, die Bruttomarge kletterte auf rund 29 Prozent. Das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital sank auf etwa 0,47, begleitet von einem deutlichen Anstieg des Eigenkapitals. Beides reduziert das kurzfristige Refinanzierungsrisiko und schafft finanziellen Spielraum.
Wall Street bleibt konstruktiv
DA Davidson hat sein Kursziel jüngst angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Die Analysten nennen als Gründe positive Fortschritte beim Sangdong-Projekt, eine bevorstehende Beteiligung der US-Regierung, eine solide Bilanz und Rekordpreise für Wolfram. Das neue Kursziel liegt bei 33 US-Dollar.
Im Zentrum der Bewertungsdebatte steht die Frage, ob sich Sangdong von einem kapitalintensiven Entwicklungsprojekt in einen verlässlichen Produzenten verwandeln kann. Der jüngst erweiterte Abnahmevertrag mit 21 Jahren Laufzeit sichert höhere Preise und Volumina für rund 90 Prozent der Phase-1-Produktion. Das schafft Planungssicherheit, löst aber nicht automatisch die operativen und finanziellen Herausforderungen, die mit dem Hochlauf der Verarbeitung verbunden sind.
Zwei Narrative, ein Kurs
Almontys Aktie bewegt sich derzeit zwischen zwei Erzählungen. Die eine handelt von einem Rohstoff-Superzyklus mit Rekordpreisen für Wolfram und westlicher Versorgungssicherheit. Die andere warnt vor einer Bewertung, die selbst wohlwollende Analysten inzwischen als anspruchsvoll bezeichnen.
Bemerkenswert: Trotz des Kursrutsches notiert die Aktie mit 19,25 CAD weiterhin oberhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 18,96 CAD, während sie deutlich unter dem 50-Tage- und dem 100-Tage-Durchschnitt liegt. Die kommenden Wochen mit neuen Daten zum Produktionshochlauf in Sangdong dürften zeigen, ob sich hier eine Kaufgelegenheit oder der Beginn einer breiteren Neubewertung abzeichnet.
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