Almonty Aktie: Delisting löst 33-Prozent-Verlust aus
Der freiwillige Börsenrückzug von Almonty in Toronto löst erzwungene Abgaben passiver Fonds aus. Der Kurs verlor binnen 30 Tagen rund ein Drittel, während der operative Betrieb der Sangdong-Mine planmäßig läuft.

Kurz zusammengefasst
- Indexfonds müssen Positionen abstoßen
- Kursverlust von 33 Prozent in 30 Tagen
- Sangdong-Mine startet Produktionsphase
- Abnahmevertrag um 40 Prozent erweitert
Almonty Industries hat den Handel an der Toronto Stock Exchange beendet. Der freiwillige Rückzug wurde nach Handelsschluss am Freitag, 31. Juli 2026, wirksam. Die Folge: Indexanbieter werfen die Aktie aus ihren Portfolios – und das löst massive technische Verkäufe aus.
Indexfonds müssen zwangsweise verkaufen
Solactive hat Almonty zum Handelsstart am heutigen Montag aus mehreren Benchmarks entfernt, darunter der Solactive GBS Canada Small Cap Index und verschiedene RAFI Fundamental Global-Indizes. Passive Fonds und ETFs, die nur TSX-notierte Werte halten dürfen, müssen ihre Positionen nun abstoßen.
Diese erzwungenen Verkäufe haben den Kurs zuletzt deutlich belastet. Am letzten Handelstag in Toronto fiel die Aktie um 4,96 Prozent auf 15,51 kanadische Dollar. Binnen 30 Tagen summiert sich der Verlust auf knapp 33 Prozent.
Der Rutsch drückt den Kurs rund 33 Prozent unter den 50-Tage-Durchschnitt von 23,01 Dollar. Der 14-Tage-RSI liegt bei 32,7 – die Aktie nähert sich damit überverkauftem Terrain.
Warum Almonty die dreifache Notierung aufgibt
Das Management begründet den Rückzug mit sinkenden Verwaltungs- und Regulierungskosten. Drei parallele Börsennotierungen zu pflegen, wurde zunehmend teuer. Der Großteil des Handelsvolumens ist inzwischen ohnehin zum Nasdaq Capital Market unter dem Ticker ALM abgewandert.
Der Rückzug aus Toronto ist nur der erste Schritt. Almonty verlässt auch die australische Börse ASX. Die Genehmigung dafür liegt bereits vor. Letzter Handelstag für die dort gehandelten CHESS Depositary Interests ist der 28. August 2026, die offizielle Entfernung folgt am 1. September. Danach bleiben Nasdaq und Frankfurter Börse als einzige primäre Handelsplätze für globale Investoren übrig.
Sangdong-Mine läuft, während der Kurs schwankt
Während die Aktie unter dem Indexausschluss leidet, läuft das operative Geschäft planmäßig weiter. Am 1. Juli 2026 hat Almonty die Sangdong-Mine in Südkorea vom Entwicklungs- in den Produktionsstatus überführt. Ein Anfangsbestand von rund 139.700 Tonnen Erz wird bereits verarbeitet.
Zusätzlich hat Almonty seinen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders erweitert. Der auf 21 Jahre verlängerte Kontrakt erhöht die vereinbarten Liefermengen um 40 Prozent. Bei aktuellen Marktpreisen für Ammoniumparatungstat (APT) könnte das jährlich bis zu 490 Millionen US-Dollar Umsatz einbringen.
Kursverlauf zwischen Rekordhoch und Ausverkauf
Trotz der jüngsten Turbulenzen steht Almonty seit Jahresbeginn noch mit einem Plus von 28,5 Prozent da. Vom Rekordhoch bei 33,35 Dollar im April trennen die Aktie inzwischen aber gut 53 Prozent.
Die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet 2,72 Milliarden Euro. Anleger richten den Blick jetzt auf die Umstellung der australischen und kanadischen Bestände auf die Nasdaq-Notierung. Erst wenn diese technische Migration abgeschlossen ist, dürfte sich zeigen, ob sich der Kurs von den indexbedingten Verkäufen löst.
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