Almonty Aktie: Delisting zum 31. Juli 2026
Almonty verlässt die TSX und startet Produktion in der Sangdong-Mine. Ausbau des Abnahmevertrags mit GTP stärkt die operative Basis.

Kurz zusammengefasst
- Freiwilliger Rückzug von der TSX
- Produktionsstart in Sangdong-Mine
- Abnahmevertrag verlängert und ausgeweitet
- Aufnahme in Russell-Indizes
Juli 2026 freiwillig von der Toronto Stock Exchange zurück. Der Wolframproduzent begründet den Schritt damit, dass sich der Handel mit seinen Aktien inzwischen überwiegend an der Nasdaq abspielt, wo das Papier unter dem Kürzel ALM notiert. Konkrete Zahlen zu Handelsvolumina oder den Kosten des Rückzugs nannte das Unternehmen nicht. Der Delisting-Schritt reiht sich in eine Phase ein, in der Almonty operativ und finanziell mehrere Weichen gleichzeitig stellt.
Sangdong läuft an, Abnahmevertrag deutlich ausgeweitet
Kern der aktuellen Unternehmensgeschichte ist der Produktionsstart in der südkoreanischen Sangdong-Mine Anfang Juli 2026. Parallel dazu hat Almonty seinen Abnahmevertrag mit dem Handelspartner GTP auf 21 Jahre verlängert. Das vereinbarte Volumen steigt dabei um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU, die Preisbasis verbessert sich um rund 6,3 Prozent. Nach aktuellen Preisen soll daraus ein Jahresumsatz von etwa 490 Millionen US-Dollar entstehen, die verbesserte Preisbasis allein soll zusätzlich rund 30 Millionen US-Dollar pro Jahr beisteuern. Hinzu kommt ein bereits aufgebauter Erzvorrat von 139.700 Tonnen mit einem Wolframoxid-Gehalt von 0,25 Prozent, der auf etwa 68 Millionen US-Dollar taxiert wird. Eine mögliche Phase II sowie ein separates Molybdänprojekt sind in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt.
CEO Lewis Black treibt das Unternehmen damit in eine neue operative Phase. Begleitend berichteten Finanzportale von 42 Wolfram-Proben, die derzeit im Labor analysiert werden – ein Prozess, den Almonty selbst als besonders wichtige Phase für die weitere Unternehmensentwicklung bezeichnet.
Kapitalmarktaktivität nimmt Fahrt auf
Die operativen Fortschritte gehen mit spürbarer Kapitalmarktaktivität einher. Anfang Juni meldete Almonty die Absicht, Wandelanleihen im Volumen von 700 Millionen US-Dollar mit Fälligkeit 2031 zu platzieren. Ende Juni wurde die Aktie zudem in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen. Am 10. Juli hob das Analysehaus DA Davidson sein Kursziel um 8 US-Dollar an. Im April hatte das Unternehmen seinen Firmensitz nach Dillon, Montana, verlegt.
Auf der Ergebnisseite zeigte das erste Quartal 2026 einen Verlust je Aktie von 0,02 US-Dollar, nach einem Verlust von 0,13 US-Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal. Der operative Verlust hat sich damit deutlich verringert, auch wenn Almonty weiterhin keine schwarzen Zahlen schreibt.
Kurs bleibt volatil nach starkem Lauf
An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in ausgeprägten Kursschwankungen. Am Freitag legte die Aktie um 3,94 Prozent zu und schloss bei 19,25 kanadischen Dollar. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Minus von 27,82 Prozent zu Buche, nachdem das Papier im April ein Zwölf-Monats-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar erreicht hatte – aktuell liegt der Kurs 42,28 Prozent darunter. Auf Jahressicht bleibt gleichwohl ein deutliches Plus, seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 59,49 Prozent zu Buche. Der jüngste Rücksetzer dürfte auch mit dem breiteren Marktumfeld zusammenhängen: Rund um den 20. Juli belasteten ein Halbleiter-Ausverkauf und geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Stimmung an mehreren asiatischen Börsen, was sich auch auf rohstoffnahe Werte auswirkte.
Für Anleger bleibt Almonty damit ein Fall mit zwei Geschwindigkeiten: Operativ mehren sich mit Produktionsstart, verlängertem Abnahmevertrag und Indexaufnahme die Fortschritte, während der Kurs nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen zwölf Monate spürbar Federn lassen musste. Der bevorstehende Rückzug von der TSX dürfte den Fokus der Handelsaktivität nun endgültig auf die Nasdaq verlagern.
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