Almonty Aktie: Hochlauf oder Repricing?
Almonty Industries startet Sangdong-Mine, Aktie verliert trotz Jahresplus. Operativer Cashflow wird positiv, Anleihen belasten.

Kurz zusammengefasst
- Sangdong-Wolframmine offiziell in Betrieb
- Aktienkurs 27 Prozent unter April-Hoch
- Positiver operativer Cashflow im ersten Quartal
- Wandelanleihen schaffen Verwässerungsrisiko
Almonty Industries hat im März 2026 seine Sangdong-Wolframmine in Südkorea offiziell in Betrieb genommen. Die Zeremonie markierte das Ende der Entwicklungsphase — und den Beginn der eigentlichen Bewährungsprobe. Seit dem April-Hoch von 33,35 CAD hat die Aktie rund 27 Prozent verloren. Jahresanfang liegt sie trotzdem noch 101 Prozent im Plus. Kein Wunder, dass Anleger die Lage unterschiedlich lesen.
Die entscheidende Frage: Reicht der Cashflow, um die Anleihelast zu tragen?
Der einzige Faktor, der die nächste Kursbewegung bestimmt, ist die Produktionsgeschwindigkeit in Sangdong. Nicht Geopolitik, nicht Indexaufnahmen.
Almonty hat Wandelanleihen im Gesamtnennwert von 700 Millionen US-Dollar zu 2,25 Prozent mit Fälligkeit 2031 begeben. Das stärkt die Liquidität und sichert die Projektfinanzierung. Es schafft aber auch ein Verwässerungsrisiko, falls die Anleihen in Aktien umgewandelt werden.
Die strukturelle Frage lautet: Kann der operative Cashflow mit den Produktionsvolumina skalieren, bevor das Verwässerungsrisiko dauerhaft auf die Stimmung drückt? Im ersten Quartal 2026 wurde erstmals positiver operativer Cashflow erzielt. Das ist die Richtung — aber noch kein Beweis.
Das bullische Szenario: Politischer Stichtag, volle Kasse, strukturelle Lücke
Das Aufwärtsszenario stützt sich auf mehrere bereits feststehende Katalysatoren.
Ab dem 1. Januar 2027 verbieten neue US-Verteidigungsbeschaffungsregeln Wolfram aus China, Russland, Iran und Nordkorea in bestimmten Lieferketten. Almonty gehört zu den wenigen Nicht-China-Produzenten, die diese Nachfrage in relevantem Umfang bedienen könnten.
Phase 1 der Sangdong-Mine ist in Betrieb. Die Aufbereitungsanlage ist für rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr ausgelegt und soll etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat liefern. Die geplante Phase-2-Erweiterung soll 2027 anlaufen und die Kapazität auf rund 1,2 Millionen Tonnen Erz verdoppeln — mit einer Wolframproduktion von etwa 4.600 Tonnen jährlich.
Die Q1-Zahlen zeigen, wie schnell sich das Bild verändert hat. Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Der operative Cashflow lag bei plus 9,7 Millionen Dollar, nach minus 4,4 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Der Rohstoffmarkt verstärkt das Aufwärtspotenzial. China kontrolliert rund 80 Prozent der globalen Wolframproduktion und verschärft seit 2023 schrittweise die Exportlizenzierung. Eine weitere Einschränkung der chinesischen Ausfuhren wäre der stärkste kurzfristige Preiskatalysator.
Hinzu kommt ein zweites Standbein: Almonty treibt eine Molybdän-Bohrkampagne in Sangdong voran. Südkorea leidet unter einem akuten Molybdänmangel — die Regierung hat Unternehmen öffentlich aufgefordert, eigene Versorgungsquellen zu sichern. Ein bestätigtes Molybdänvorkommen würde Sangdong einen zweiten Einnahmekanal eröffnen.
Das bärische Szenario: Verwässerung, Preisrisiko, Hochlaufrisiko
Das Gegenargument ist kein Strohmann. Der Markt preist es seit der Anleiheankündigung ein.
Die Wandelanleihen enthalten Capped-Call-Transaktionen, die die Verwässerung begrenzen sollen. Übersteigt der Aktienkurs jedoch den Cap-Preis, entsteht dennoch Verwässerung. Für bestehende Aktionäre ist das ein reales Risiko — und erklärt einen Teil des Kursrückgangs.
Auf der Rohstoffseite ist der Rückenwind nicht garantiert. Die chinesische Inlandsnachfrage nach Wolfram schwächte sich Anfang 2026 ab. Im Mai war das in einem deutlichen Tagesrückgang der inländischen APT-Preise sichtbar. Europäische Industrieproduktion — besonders im Werkzeugstahlbereich — hat sich ebenfalls abgekühlt. Das ist das zentrale Abwärtsrisiko für den Wolframpreis.
Operativ bleibt das Hochlaufrisiko real. Phase 1 produziert — aber noch nicht mit voller Kapazität. Jeder operative Rückschlag würde die Umsatzentwicklung direkt belasten, die die aktuelle Bewertung rechtfertigt. Parallel dazu stiegen die allgemeinen Verwaltungskosten in Q1 auf 7,1 Millionen Dollar, nach 3,4 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Kostenbasis wächst mit dem Ambitionsniveau.
Ausblick: Zwei Szenarien, eine Schwelle
Solange Phase 1 in Richtung Nennkapazität hochläuft und die Wolfram-APT-Preise strukturell erhöht bleiben — gestützt durch chinesische Exportbeschränkungen und den US-Beschaffungsstichtag 2027 — könnte der operative Hebel erheblich sein. Almonty tritt in die zweite Jahreshälfte 2026 mit einem neuen CFO, einer vollfinanzierten Bilanz und einer Indexmitgliedschaft ein. Das ist ein fundamental anderes Profil als zu Jahresbeginn.
Weichen die Wolframpreise jedoch spürbar ab — durch eine Erholung der chinesischen Nachfrage oder eine Lockerung der Exportbeschränkungen — oder verzögern sich die Hochlaufmeilensteine, dürfte die Verwässerungsarithmetik der Wandelanleihen schwerer wiegen als die strategische Erzählung. Der 200-Tage-Durchschnitt von 17,96 CAD liegt rund 35 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Das zeigt, wie viel Erwartung bereits eingepreist ist.
Der nächste konkrete Prüfstein ist der Q2-2026-Quartalsbericht — das erste vollständige Quartal mit kommerziellem Produktionsbeitrag aus Sangdong. Ob Phase-1-Output plangemäß läuft und Phase 2 termingerecht beginnt, wird zeigen, ob der aktuelle Abstand zum April-Hoch eine Korrektur ist oder der Beginn einer nachhaltigeren Neubewertung.
Almonty-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Almonty-Analyse vom 26. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Almonty-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Almonty-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Almonty: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...