Almonty Aktie: Lieferkette bis 2028 geplant
Almonty zieht sich von der ASX zurück und fokussiert den Aktienhandel auf Nasdaq und Frankfurt. Parallel treibt die Tochter in Südkorea den Aufbau einer Wolfram-Lieferkette für die Halbleiterindustrie voran.

Kurz zusammengefasst
- Delisting an ASX Ende August
- Fokus auf Nasdaq und Frankfurt
- Südkorea-Gespräche über Lieferkette
- Aktie seit Jahresbeginn fast verdoppelt
Almonty konzentriert seine Börsennotierung weiter. Die CHESS Depositary Interests des Wolfram-Förderers werden zum Handelsschluss am 28. August an der australischen Börse ASX letztmals gehandelt, das formelle Delisting folgt zum 1. September. Der Rückzug aus Sydney reiht sich ein in die bereits abgeschlossene Abmeldung von der Toronto Stock Exchange Ende Juli. Künftig bündelt sich die Liquidität der Aktie an der Nasdaq und in Frankfurt.
Die Aktie notiert aktuell bei 15,74 Euro und gibt am heutigen Mittwoch um 2,8 Prozent nach, nachdem sie gestern noch bei 16,20 Euro geschlossen hatte. Der Rückgang fällt angesichts der massiven Kursgewinne der vergangenen Monate moderat aus – seit Jahresbeginn steht ein Plus von 98 Prozent zu Buche.
Südkorea rückt in den Mittelpunkt
Während sich das Delisting-Karussell dreht, verlagert sich das operative Momentum nach Südkorea. Die Tochtergesellschaft Almonty Korea Tungsten Corp. führt Gespräche mit großen heimischen Industrieabnehmern über den Aufbau einer inländischen Verarbeitungskette vom Konzentrat bis zum Wolframoxid.
Ziel ist es, bis 2028 eine Lieferkette aufzubauen, die die Nachfrage der Halbleiterindustrie nach hochreinem Wolframhexafluorid bedient – einem Schlüsselmaterial für moderne Chipfertigung.
Diese strategische Weichenstellung fällt in eine Phase, in der die Sangdong-Mine in Südkorea nach dem Produktionsstart im Juli weiterhin in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase steckt. Das Unternehmen selbst bestätigte, dass Phase I der Anlage noch nicht den vollen Ausbaugrad erreicht hat. Eine eigene Weiterverarbeitung im Land würde Almonty näher an die Endkunden aus der Halbleiterbranche rücken und die Wertschöpfungskette verlängern.
Marktumfeld bleibt angespannt
Der globale Wolframmarkt befindet sich nach einem Preisanstieg von 310 Prozent zwischen Januar und Juli in einer seitwärts gerichteten Konsolidierungsphase. Zusätzlich verschärft eine einjährige US-Exportbeschränkung für Wolframschrott die Angebotslage bei kritischen Rohstoffen für die Verteidigungsindustrie – ein Umfeld, das Almontys Position als einer der wenigen Produzenten außerhalb Chinas stärkt.
Untermauert wird das Interesse an der Aktie durch neue institutionelle Positionen: Der US-Bundesstaat Wyoming sowie Pin Oak Investment Advisors bauten im ersten Halbjahr jeweils kleinere Beteiligungen auf. Zwar handelt es sich um überschaubare Summen im mittleren fünfstelligen Bereich, doch sie signalisieren wachsendes Interesse institutioneller Anleger an dem Wolfram-Titel.
Bewertung bleibt straff
Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 91 Prozent bleibt die Aktie ein Papier für risikobereite Anleger. Der Kurs notiert derzeit 19 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 13,26 Euro, was auf einen weiterhin intakten, wenn auch überhitzten Aufwärtstrend hindeutet.
Anleger dürften die kommenden Wochen nutzen, um zu beobachten, ob sich die operative Story rund um Sangdong und die südkoreanische Weiterverarbeitung in stabileren Produktionszahlen niederschlägt – und ob die Konsolidierung im Wolframmarkt anhält oder neue Preisimpulse liefert.
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