Almonty Aktie: Liefervertrag mit GTP um 40 Prozent erweitert
Almonty sichert sich mit GTP langfristige Wolfram-Abnahmen und erweitert die Vertragsmenge um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU.

Kurz zusammengefasst
- GTP-Abkommen um zehn Jahre erweitert
- Vertragsvolumen steigt auf 4,41 Millionen MTU
- Sangdong-Mine startete am 1. Juli
- Aktie binnen zwölf Monaten 310 Prozent höher
Almonty Industries hat seine Lieferbeziehung mit Global Tungsten & Powders Corp (GTP) auf eine neue Grundlage gestellt. Der bestehende Abnahmevertrag wurde um zehn Jahre auf eine Laufzeit von 21 Jahren verlängert, zugleich steigt die kontrahierte Gesamtmenge um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU Wolframkonzentrat.
Für ein Unternehmen, dessen Sangdong-Mine in Südkorea erst am 1. Juli 2026 in die Produktionsphase eingetreten ist, markiert das einen zentralen Baustein der Absatzsicherung für die kommenden zwei Jahrzehnte.
Lange Vertragslaufzeit als Antwort auf Versorgungsdruck
Die Erweiterung des Offtake-Abkommens fällt in eine Phase, in der Almonty-Chef Lewis Black von einer zunehmenden „Compliance-Prämie“ für Wolfram aus Nicht-China-Quellen spricht. Halbleiter- und Verteidigungsindustrie fragten laut seiner Einschätzung verstärkt Material nach, das außerhalb chinesischer Lieferketten produziert wird.
Ein auf 21 Jahre angelegter Vertrag mit einem der größten Wolframverarbeiter außerhalb Chinas gibt dieser These wirtschaftliches Gewicht: GTP bindet sich langfristig an Almonty als Rohstofflieferanten, während Almonty im Gegenzug einen planbaren Absatzkanal für einen deutlich größeren Anteil seiner künftigen Sangdong-Produktion erhält.
Die Mengenausweitung um 40 Prozent ist dabei kein Randdetail. Sie fällt zeitlich mit dem Produktionsstart der Sangdong-Mine zusammen und signalisiert, dass Almonty schon jetzt Abnehmer für Kapazitäten sucht, die über die bisherigen Erwartungen hinausgehen. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass die kommerzielle Vermarktung der Mine offenbar schneller vorankommt als der reine Produktionshochlauf selbst.
Finanzielle Basis stützt die Vertragsausweitung
Der neue Liefervertrag steht nicht isoliert. Er folgt auf Quartalszahlen, die Almonty vor gut drei Wochen vorgelegt hatte: Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, getrieben von einem Rekordpreis für europäisches Ammoniumparatungstat von 3.075 US-Dollar pro MTU.
Aus einem Verlust von 58,2 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahresquartal wurde ein Gewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar. Diese Ertragsbasis dürfte Almonty auch finanziell in die Lage versetzt haben, sich langfristig an einen Großabnehmer zu binden, statt kurzfristig am Spotmarkt zu verkaufen.
Seit der Vorlage dieser Zahlen hat die Aktie um 34,6 Prozent zugelegt. Am Freitag gab der Kurs um 3,9 Prozent auf 15,57 Euro nach, nachdem die CHESS Depositary Interests zum Handelsschluss von der australischen Börse ausgesetzt wurden – der letzte Schritt vor dem für den 1. September angekündigten Delisting von der ASX. Trotz des Rückschlags notiert das Papier weiterhin rund 18 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Einordnung für Anleger
Der erweiterte GTP-Vertrag verschiebt die Investmentgeschichte von Almonty von einer reinen Produktionsstory zu einer Absatzstory. Während der Produktionsstart in Sangdong am vergangenen Mittwoch operative Fortschritte belegte, zeigt die Vertragsausweitung mit GTP, dass Almonty parallel auch die Vermarktungsseite konsolidiert.
Für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 2,73 Milliarden Euro und einem Kursplus von 310 Prozent binnen zwölf Monaten dürfte die Sichtbarkeit langfristiger Absatzmengen ein Argument für institutionelle Investoren bleiben, die stabile Cashflow-Perspektiven über die reine Rohstoffpreis-Volatilität hinaus suchen.
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