Almonty Aktie: Produktionsstart am 1. Juli
Almonty beginnt mit der Wolframproduktion in Südkorea, doch die Aktie fällt. Kapitalerhöhung und Indexaufnahme belasten kurzfristig den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Erste Wolframproduktion in Sangdong gestartet
- Aktie verliert trotz Meilenstein an Wert
- Wandelanleihe über 800 Millionen platziert
- Indexaufnahme bringt keinen Kursschub
Almonty Industries produziert seit dieser Woche erstmals verkaufsfähiges Wolframkonzentrat. Trotzdem verliert die Aktie an Boden. Der Widerspruch zeigt: An der Börse zählt oft weniger die Meldung selbst als die Frage, was danach kommt.
Am 1. Juli 2026 begann Almonty in der südkoreanischen Provinz Gangwon damit, gelagertes Roherz durch die neu in Betrieb genommene Aufbereitungsanlage der Sangdong-Mine zu verarbeiten. Rund 139.700 Tonnen Erz lagern bereits als Vorrat bereit. Der Schritt macht aus Almonty erstmals ein Unternehmen mit echten Verkaufserlösen.
Die Aktie honoriert das nicht. Sie fiel binnen 30 Tagen um 6,32 Prozent, allein am Montag ging es um 6,56 Prozent auf 21,50 kanadische Dollar nach unten. Auf Wochensicht steht ein Minus von 8,35 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar aus Mitte April trennen den Titel mittlerweile 35,53 Prozent.
Kapitalerhöhung und Indexaufnahme belasten kurzfristig
Ein Grund für den Verkaufsdruck liegt in der Finanzierungsstruktur, die Almonty sich im Juni verschafft hat. Das Unternehmen platzierte Wandelanleihen im Volumen von 700 Millionen US-Dollar mit einem Zinssatz von 2,25 Prozent und Fälligkeit 2031. Investoren übten die Mehrzuteilungsoption über weitere 100 Millionen US-Dollar vollständig aus, sodass das Gesamtvolumen auf 800 Millionen US-Dollar stieg.
Netto flossen Almonty rund 772,7 Millionen US-Dollar zu. Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei etwa 27,40 US-Dollar je Aktie — deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Die Anleihe war überzeichnet, was auf starkes institutionelles Interesse hindeutet. Zugleich bringt sie eine mögliche künftige Verwässerung mit sich, die auf der kurzfristigen Stimmung lastet.
Parallel dazu nahm der Russell 1000 und der Russell 3000 Almonty zum 29. Juni 2026 in ihre Indizes auf. Eigentlich ein Ereignis, das passive Kapitalzuflüsse auslösen sollte. Eine Woche später hat die Aktie diesen Rückenwind aber nicht halten können — im Gegenteil, der Abwärtstrend hat sich fortgesetzt.
Der RSI auf 14-Tage-Basis steht bei 37,8 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 25,78 kanadischen Dollar, der 100-Tage-Durchschnitt bei 25,28 kanadischen Dollar — beide klar über dem aktuellen Kurs. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 18,49 kanadischen Dollar besteht dagegen noch ein Polster von 16,30 Prozent.
Strategische Bedeutung bleibt intakt
Der langfristige Rahmen für Almonty hat sich durch die jüngste Kursschwäche nicht verändert. Ab dem 1. Januar 2027 darf das US-Verteidigungsministerium kein Wolfram mehr aus China, Russland, Nordkorea oder dem Iran beziehen. Diese Frist rückt näher und macht Sangdong zu einer der wenigen nicht-chinesischen Quellen für das strategische Metall, das für Rüstungsindustrie und Halbleiterfertigung unverzichtbar ist.
Auf Zwölfmonatssicht steht die Aktie trotz der aktuellen Korrektur mit 188,59 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn sind es 78,72 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 4,70 kanadischen Dollar aus Ende Juli vergangenen Jahres hat sich der Kurs damit mehr als verfünffacht.
Anleger richten den Blick nun auf die geplante „Phase 2“-Erweiterung. Sie soll die Fördermenge in Sangdong bis 2027 verdoppeln und Almonty einen Anteil von bis zu 40 Prozent am globalen Wolframangebot außerhalb Chinas sichern. Ob die Produktionsrampe reibungslos verläuft und wie schnell die neuen Erlöse in der Bilanz sichtbar werden, dürfte in den kommenden Quartalsberichten die entscheidende Kennzahl sein.
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