Almonty Aktie: Sangdong-Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen
Almonty Industries startet mit neuem CFO in einen entscheidenden Juni. Aktionäre stimmen über Kapazitätsverdopplung der Wolframmine ab.

Kurz zusammengefasst
- Neuer Finanzchef Jorge Beristain im Amt
- Hauptversammlung am 9. Juni 2026
- Abstimmung über Verdopplung der Sangdong-Kapazität
- Russell-Indexaufnahme ab 29. Juni
Ein neuer Finanzchef, eine wegweisende Aktionärsabstimmung und eine bevorstehende Indexaufnahme — für Almonty Industries verdichten sich die strategischen Weichenstellungen auf einen einzigen Monat. Der kanadische Wolframproduzent steht mitten in einer Transformation, die weit über das Tagesgeschäft hinausgeht.
Wall-Street-Veteran übernimmt die Finanzen
Seit Montag, dem 1. Juni 2026, führt Jorge Beristain als neuer CFO die Finanzen von Almonty. Der CFA-Charterholder kommt von Ryerson Holding Corp, einem Metalldienstleister mit rund fünf Milliarden Dollar Jahresumsatz, wo er als Vice President of Finance tätig war. Früher in seiner Karriere leitete er als hochbewerteter Aktienanalyst das Americas-Metall- und Bergbauteam bei Deutsche Bank Securities.
Beristain löst Interims-CFO Guillaume de Lamaziere ab. Seine unmittelbaren Aufgaben: die Kapitalstruktur der Sangdong-Mine in Südkorea managen, die gerade in den kommerziellen Betrieb übergeht, und den Umzug des US-Hauptsitzes nach Dillon, Montana, begleiten.
Aktionäre entscheiden über Kapazitätsverdopplung
Am 9. Juni 2026 hält Almonty in Toronto seine Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht ein Antrag mit erheblicher strategischer Tragweite: die Verdopplung der Verarbeitungskapazität der Sangdong-Wolframmine auf 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr bis 2027.
Bei voller Auslastung würde Sangdong rund 40 Prozent des weltweiten Wolframbedarfs außerhalb Chinas decken. Das ist kein marginaler Marktanteil — es wäre eine strukturell dominierende Position in einem Markt, der gerade neu geordnet wird.
Regulatorischer Rückenwind aus Washington
Der Treiber dahinter ist klar: Ab dem 1. Januar 2027 darf das US-Militär kein Wolfram mehr aus China, Russland, Iran oder Nordkorea beschaffen — so schreibt es die DFARS-Beschaffungsvorschrift 252.225-7052 vor. Westliche Verteidigungs- und Industrielieferketten suchen seither intensiv nach alternativen Quellen.
Das schlägt sich in den Preisen nieder. Ammoniumparawolframat (APT) notierte Anfang Mai 2026 in Rotterdam bei rund 3.185 Dollar je Tonne — ein außergewöhnlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahresniveau. Almonty profitierte direkt: Im ersten Quartal 2026 sprang der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen Dollar, der operative Cashflow drehte mit 9,7 Millionen Dollar positiv.
Kurs auf Konsolidierungskurs, Indexaufnahme naht
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 593 Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 27,34 CAD — nach einem Tagesrückgang von 4,4 Prozent am Freitag. Der Kurs liegt damit knapp 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 32,07 CAD, das Mitte April erreicht wurde. Der RSI von 85 signalisiert eine technisch überkaufte Lage, was die laufende Konsolidierung erklärt.
Ein weiterer Katalysator steht bereits im Kalender: Ab dem 29. Juni 2026 wird Almonty in den Russell 1000 und den Russell 3000 aufgenommen. Die Indexinklusion zwingt passive Fonds zur Pflichtallokation — und dürfte institutionelle Nachfrage spürbar erhöhen.
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