Almonty Aktie: Sangdong startet Regelbetrieb
Trotz operativem Meilenstein und Millionen-Abnahmeverträgen fällt die Almonty-Aktie zweistellig. Der Börsenwechsel zur NASDAQ belastet den Kurs.
Kurz zusammengefasst
- Sangdong-Mine startet Regelbetrieb
- 490-Millionen-Dollar-Abnahmevertrag gesichert
- Kursverlust von 17,5 Prozent in sieben Tagen
- NASDAQ-Listing als strategisches Ziel
Ein Bergbauunternehmen erreicht seinen wichtigsten operativen Meilenstein und die Aktie fällt trotzdem zweistellig. Bei Almonty Industries klaffen Kursverlauf und Geschäftsentwicklung gerade deutlich auseinander. Der Grund liegt nicht im Geschäft selbst, sondern in einem Börsenwechsel mit Nebenwirkungen.
Zum Wochenschluss an der Toronto Stock Exchange verlor die Aktie 4,96 Prozent und schloss bei 15,51 kanadischen Dollar. Über sieben Handelstage summiert sich der Rückgang auf 17,54 Prozent. Der Verkaufsdruck fällt zeitlich exakt mit dem freiwilligen Rückzug von der TSX zusammen, der nach Handelsschluss am 31. Juli 2026 wirksam wurde.
Sangdong läuft an, der Umsatz auch
Während der Kurs taumelt, hat sich der operative Status von Almonty fundamental gewandelt. Am 1. Juli 2026 startete die Verarbeitungsanlage an der Flaggschiff-Mine Sangdong in Südkorea den Regelbetrieb. Das Unternehmen speist nun sein gefördertes Erzlager – rund 139.700 Tonnen – durch die neu in Betrieb genommene Anlage und stellt daraus verkaufsfähiges Wolframkonzentrat her.
Das kommerzielle Fundament dafür steht bereits. Am 14. Juli 2026 meldete Almonty eine erweiterte Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders. Auf Basis aktueller Preise für Ammoniumparawolframat soll der Vertrag künftig etwa 490 Millionen US-Dollar Jahresumsatz generieren.
Das Unternehmen bewegt sich damit von der Entwicklungs- in die Produktionsphase. Aktuell verarbeitet Sangdong noch niedriggradiges Erz aus der Anfangsphase der Inbetriebnahme. Mit fortschreitendem Prozess soll höhergradiges Material folgen.
Der Wechsel zur NASDAQ als Strategie
Der Rückzug von der TSX ist kein Einzelschritt. Am 1. September 2026 folgt der Delisting-Termin an der australischen Börse ASX. Beide Schritte gehören zu einer Strategie, den Aktienhandel auf die NASDAQ zu konzentrieren.
Bereits im Juli 2025 hatte Almonty sein US-Uplisting abgeschlossen und dabei rund 90 Millionen US-Dollar Bruttoerlös eingesammelt. Das Geld fließt in den Bau einer nachgelagerten Wolframoxid-Schmelzanlage in Südkorea. Mit der Bündelung des Haupthandelsplatzes in den USA will das Management die Börsennotiz an die strategische Bedeutung des Unternehmens für westliche Verteidigungslieferketten anpassen.
Almonty hat bereits bindende Abnahmeverträge mit Preisuntergrenzen für Wolframoxid aus US-Verteidigungsanwendungen gesichert. Das positioniert das Unternehmen als einzigen vertikal integrierten Wolfram-Produzenten und -Schmelzbetrieb außerhalb Chinas.
Charttechnik zeigt überverkauften Bereich
Der jüngste Ausverkauf hat die Aktie in historisch niedriges Terrain gedrückt. Der Freitagsschlusskurs von 15,51 kanadischen Dollar liegt 53,49 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar aus dem April 2026. Der 14-Tage-RSI ist auf 32,7 gefallen – ein Wert, der auf eine nahezu überverkaufte Marktlage hindeutet, während der Markt die Indexausschlüsse und Börsenaustritte verarbeitet.
Trotz des jüngsten Einbruchs bleibt die Marktkapitalisierung mit umgerechnet 2,87 Milliarden Euro beachtlich – ein Hinweis darauf, dass der Ausverkauf bislang eher technischer Natur ist als Ausdruck fundamentaler Zweifel am Geschäft.
Für die kommende Handelswoche dürfte sich der Fokus von der Mechanik des Delistings auf den Hochlauf in Sangdong verschieben. Bei voller Kapazität soll die Mine rund 40 Prozent der globalen Wolframnachfrage außerhalb Chinas decken. Eine zweite Ausbaustufe ist bereits für 2027 geplant und soll die Jahresproduktion verdoppeln.
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