Almonty Aktie: Trachuk verkauft 200.000 Aktien
Trotz eines Aktienverkaufs durch einen Direktor steigt der Kurs von Almonty Industries kräftig. Analysten sehen positive Signale vom Sangdong-Projekt.

Kurz zusammengefasst
- Direktor verkauft Aktienpaket für 4,8 Mio. Dollar
- Kurs legt am selben Tag um über zwölf Prozent zu
- DA Davidson erhöht Kursziel nach CEO-Roadshow
- Plansee sichert langfristige Wolfram-Lieferungen
Ein Direktor verkauft Aktien im Wert von 4,8 Millionen Dollar. Am selben Tag springt der Kurs um mehr als zwölf Prozent. Bei Almonty Industries laufen gerade zwei völlig gegensätzliche Signale gleichzeitig — und die Anleger scheinen sich für die positive Geschichte zu entscheiden.
Die Aktie des Wolfram-Produzenten schloss am Freitag bei 23,38 kanadischen Dollar, ein Plus von 12,40 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von 94,35 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 200,51 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar aus dem April bleibt der Titel dennoch knapp 30 Prozent entfernt.
Direktor trennt sich von großem Aktienpaket
Mark Trachuk, Direktor bei Almonty, verkaufte am 2. Juli 200.000 Stammaktien zum Preis von 24,07 Dollar je Stück. Das entspricht einem Gegenwert von 4,814 Millionen Dollar und reduziert seinen Anteil um 7,4 Prozent. Die Meldung ging über die kanadischen Insider-Meldekanäle just in der Woche ein, in der Almontys operativer Umbau einen wichtigen Meilenstein erreichte.
Parallel dazu erhielten drei Almonty-Direktoren — Daniel D’Amato, Gustave F. Perna und Trachuk selbst — am 1. Juli aktienbasierte Vergütungen. D’Amato bekam Deferred Share Units, Perna wandelte Restricted Share Units in Stammaktien um, Trachuk erhielt eine zusätzliche DSU-Zuteilung. Alle drei Transaktionen liefen ohne Barzahlung.
DA Davidson erhöht Kursziel nach CEO-Roadshow
Der Insider-Verkauf fiel in dieselbe Woche, in der die Investmentbank DA Davidson ihre Einschätzung zu Almonty deutlich anhob. Das Institut hatte zuvor eine virtuelle Roadshow mit Lewis Black organisiert, Gründer, Vorsitzender und CEO des Unternehmens. Analyst Matt Summerville sah seine fundamentale These bestätigt — er verwies auf positive Fortschritte beim Sangdong-Projekt, eine anstehende Zusammenarbeit mit der US-Regierung, eine solide Bilanz mit finanziellem Spielraum sowie Rekordpreise bei Wolfram.
Die Bilanzlage untermauert diese Einschätzung: Die aktuelle Liquiditätsquote liegt bei 2,45. Summerville hob im Zuge der Analyse zudem seine langfristigen Preisannahmen für Wolfram an, blieb dabei aber konservativer als der aktuelle Spotpreis nahelegt. Auch Bank of America Securities bestätigte ihre Kaufempfehlung für die Aktie.
Plansee sichert sich langfristige Lieferungen
Almontys größter Aktionär untermauerte parallel sein Engagement in der neu in Betrieb genommenen südkoreanischen Mine. Die Wolframpreise haben sich seit Anfang 2025 verzehnfacht, und die Plansee Group bestätigte in diesem Monat eine langfristige Liefervereinbarung aus dem Sangdong-Projekt.
Der Anfang Juli veröffentlichte Jahresbericht von Plansee wies einen Umsatz von 2,35 Milliarden Euro aus. Das Unternehmen bekräftigte darin ausdrücklich die langfristige Abnahmevereinbarung — ein Beleg für die industrielle Nachfrage hinter dem Wolfram-Boom.
Verkauf gegen operativen Fortschritt
Der Verkauf von Trachuk sticht vor dem Hintergrund der sonst optimistischen Kommentare hervor. Analysten richten ihre Verwässerungssorgen jedoch eher auf Almontys Finanzierungsaktivität als auf einzelne Insider-Transaktionen. Die im Juni 2026 begebenen Wandelanleihen im Volumen von 700 Millionen Dollar verändern die Kapitalstruktur spürbar. Eine Wandlung würde das Eigenkapital verwässern, zudem kann die Neubewertung eingebetteter Derivate für Schwankungen beim ausgewiesenen Gewinn sorgen.
Operativ geht die Geschichte derweil voran. Im Juni begann Almonty, gelagertes Roherz durch die neu in Betrieb genommene Aufbereitungsanlage zu schleusen und daraus verkaufsfähiges Wolframkonzentrat herzustellen. Das markiert den Übergang von Sangdong von der Entwicklungsphase in den umsatzwirksamen Betrieb — nachdem das Unternehmen das erste Quartal 2026 mit rund 120.000 Tonnen gelagertem Erz bei einem durchschnittlichen Wolframtrioxid-Gehalt von 0,24 Prozent abgeschlossen hatte.
Ausblick
Der Titel notiert derzeit rund 7,94 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, der RSI-Wert liegt mit 48,0 nahe der neutralen Zone. Anleger wägen damit die Stärke des Sangdong-Hochlaufs gegen kurzfristige Unsicherheit ab, die aus den Insider-Transaktionen und der Wandelanleihe resultiert. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, wie schnell Almonty das gelagerte Erz in tatsächlich verschiftes Konzentrat umwandelt — und welche Fortschritte das Unternehmen bei Sangdong und dem angrenzenden Molybdän-Projekt vermeldet.
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