Almonty Aktie: TSX-Delisting zum 31. Juli 2026
Almonty verlässt die Toronto-Börse und verlegt den Sitz in die USA. Die Sangdong-Mine treibt den Umsatz auf 25,4 Millionen Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Freiwilliger Rückzug von der TSX
- Hauptsitzwechsel nach Montana
- Umsatzverdreifachung auf 25,4 Mio. Dollar
- Sangdong-Mine in kommerzieller Produktion
Ein Bergbauunternehmen, das seine Heimatbörse verlässt, sein Hauptquartier über den Atlantik verlegt und gleichzeitig die Umsätze verdreifacht – das passiert bei Almonty Industries gerade parallel. Der Wolfram-Produzent stellt seine Weichen komplett neu. Die Kursentwicklung zeigt: Der Markt braucht noch Zeit, das alles einzuordnen.
Die Aktie notiert am Donnerstag bei 19,57 kanadischen Dollar, ein Minus von 2,71 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn bleibt trotzdem ein Plus von 62,18 Prozent stehen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht Mitte April, trennen die Aktie mittlerweile 41,30 Prozent.
TSX-Rückzug ohne Aktionärsstimmen
Almonty zieht seine Aktien zum 31. Juli 2026 freiwillig von der Toronto Stock Exchange zurück. Der Handel an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM läuft unverändert weiter. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass der Großteil des täglichen Handelsvolumens ohnehin bereits über die Nasdaq läuft.
Eine Abstimmung der Aktionäre ist dafür nicht nötig. Die Regeln der Toronto-Börse erlauben einen Rückzug ohne Zustimmung, sofern eine alternative Notierung existiert – und die Nasdaq erfüllt diese Bedingung. Kanadische Broker können ihren Kunden den Handel über die Nasdaq weiterhin ermöglichen, üblicherweise auch Online- und Discount-Broker.
Hauptsitz wandert in die USA
Der Börsenrückzug ist Teil einer größeren Neuausrichtung. Almonty verlegt seinen Firmensitz von Toronto ins US-amerikanische Dillon, Montana. Das Unternehmen begründet dies mit einer engeren strategischen Anbindung an US-Verteidigungs- und Industriepartner sowie der geografischen Nähe zu wichtigen Regierungs- und Industriekontakten.
Die Botschaft dahinter ist klar. Almonty positioniert sich als amerikanischer Rohstoffproduzent für kritische Metalle, nicht mehr als kanadischer Nebenwerte-Miner.
Sangdong nimmt Fahrt auf
Die Restrukturierung fällt in eine Phase, in der die Sangdong-Mine in der südkoreanischen Provinz Gangwon den Sprung in die kommerzielle Produktion schafft. Am 17. März 2026 feierte Almonty dort die formelle Inbetriebnahme. Die Lagerstätte zählt zu den größten und hochgradigsten Wolframvorkommen weltweit und soll zu einer zentralen Versorgungsquelle für westliche Industrie- und Verteidigungslieferketten werden.
Die Zahlen bestätigen den Fortschritt. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf umgerechnet 25,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von 221 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Getrieben wurde das Wachstum von Rekordpreisen für Wolfram.
Das bereinigte EBITDA drehte von minus 2,4 Millionen auf plus 6,1 Millionen US-Dollar. Auch der operative Cashflow wurde deutlich positiv: 9,7 Millionen US-Dollar standen einem Minus von 4,4 Millionen US-Dollar im Vorjahr gegenüber. Die Barmittel erreichten zum 31. März 259,9 Millionen US-Dollar, das Working Capital lag bei 169,5 Millionen US-Dollar.
Unter dem Strich blieb dennoch ein Nettoverlust von umgerechnet 5,26 Millionen kanadischen Dollar – deutlich weniger als die 34,62 Millionen kanadischen Dollar aus dem Vorjahresquartal. Der Grund dafür liegt nicht im operativen Geschäft. Bewertungsverluste bei eingebetteten Derivaten und Warrant-Verbindlichkeiten von zusammen 8,4 Millionen US-Dollar drückten das Ergebnis, ausgelöst durch den Anstieg des eigenen Aktienkurses von 12,07 auf 20,24 US-Dollar im Quartalsverlauf. Paradox, aber real: Der eigene Kursgewinn wird buchhalterisch zur Belastung.
Ausblick
Für die kommenden Monate zählt vor allem eines: wie schnell und zuverlässig Sangdong die Produktion hochfährt und wie sich das in stabilen Cashflows niederschlägt. Neue Lieferverträge mit US-Verteidigungs- oder Industriekunden dürften zeigen, wie gut die neue strategische Ausrichtung am Markt ankommt. Der Rückzug von der TSX zum 31. Juli 2026 markiert dabei einen symbolischen Meilenstein – den Übergang vom Toronto-notierten Nebenwert zum US-verankerten Produzenten strategischer Metalle.
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